Rund ein Drittel unseres Lebens verbringen der Mensch im Schlaf

Nicht schlafen können


Hilfe, ich kann nicht schlafen!

TablettenRund ein Drittel unseres Lebens verbringen wir im Schlaf. Im Normalfall machen wir uns darüber keine großen Gedanken. Zum Thema wird der Schlaf erst, wenn er ausbleibt. Und das ist bei vielen der Fall: Die einen wälzen sich im Bett hin und her und können einfach nicht einschlafen. Andere finden nach dem Zubettgehen zwar schnell Ruhe, wachen dann aber in der Nacht auf und brauchen Stunden, um wieder einzuschlafen. Die Gründe hierfür sind höchst unterschiedlich. Experten unterscheiden rund 80 verschiedene Ursachen und Formen von Schlafstörungen.


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Körperliche und psychiatrische Erkrankungen
Manche Schlafstörungen treten aufgrund körperlicher Erkrankungen wie beispielsweise Schlaf-Apnoe-Syndrom, Hormonstörungen, Herz-Kreislauf- oder Schilddrüsen-Erkrankungen auf. Häufig sind auch psychiatrische Befunde wie Depressionen, Angststörungen oder Demenz Auslöser von  Schlafstörungen. Beide Möglichkeiten sollten dringend von einem Facharzt abgeklärt werden. Denn hier gilt es, zunächst die Grunderkrankung zu behandeln. Bei psychiatrischen Erkrankungen wird die Behandlung oftmals direkt mit speziellen Maßnahmen zur Schlafschulung ergänzt.

Belastende Situationen
Belastende Lebenssituationen (Trennung, Todesfall, finanzielle Probleme, Prüfungen etc.) können ebenfalls zu akuten Schlafproblemen führen. Diese klingen jedoch meist im Laufe der Zeit wieder ab.

Umweltbedingte Schlafstörungen
Eine weitere große Gruppe sind die umweltbedingten Schlafstörungen. Licht, Lärm oder ein schnarchender Partner können einen ebenso um den nötigen nächtlichen Schlaf bringen wie Alkohol, Zigaretten, Drogen, Medikamente oder auch Kaffee, Cola und Tee. Einige dieser Störfaktoren lassen sich leicht selbst beseitigen, andere sind mit größerem Aufwand verbunden:

Licht und Lärm
Wer aufgrund von ständigem Fluglärm nachts kein Auge zu tut, wird wohl erst nach einem Umzug Ruhe finden. Wen hingegen nur eine Laterne vor dem Schlafzimmerfenster stört, der wird mit der Investition in ein Rollo oder einen Vorhang sein Problem bereits lösen können.

Koffein und Teein
Kaffee, Cola sowie schwarzer und grüner Tee machen wach. Das ist den meisten bewusst. Dass die Herz und Kreislauf anregende Wirkung von Koffein und Teein bei empfindlichen Menschen aber bis zu 14 Stunden lang anhalten kann, ist weniger bekannt. Versuchen Sie daher bei Schlafproblemen ab mittags auf solche Getränke zu verzichten.

Alkohol
Alkohol gilt landläufig als Einschlafhilfe. Richtig ist zwar, dass zwei Gläser Bier oder Wein zunächst müde machen, doch sie sorgen auch dafür, dass man - vorwiegend in der zweiten Nachthälfte - eher aufwacht und nur schlecht wieder einschlafen kann. Der Grund: Alkohol wirkt auf bestimmte Nervenbahnen und Botenstoffe im Gehirn dämpfend. Wenn die Wirkung des Alkohols nachlässt, tritt jedoch eine Gegenreaktion ein: Der Entzugseffekt löst eine Weckreaktion aus. Diese ist bei Menschen ab 40 stärker als bei jüngeren, da sie nicht mehr so tief schlafen. Bei Alkoholsucht und Schlafstörungen sollte dringend fachmännische Hilfe in Anspruch genommen und auf Schlaftabletten verzichtet werden.

Nikotin und Tabak
Auch Zigaretten stören den Schlaf. Die stimulierende Wirkung des Nikotins wirkt wie ein Aufputschmittel fürs Gehirn. Die letzte Zigarette sollten sie daher spätestens drei bis vier Stunden vor dem Schlafengehen rauchen. Doch nicht nur das Nikotin kann den Schlaf stören. Der Tabak verursacht Lungenschäden, die Atemprobleme auslösen und so wiederum zu Schlafstörungen führen können.

Essen und Trinken
Ein voller Magen kommt nur schlecht zur Ruhe. Essen und Trinken Sie möglichst drei Stunden vor dem Zubettgehen keine größeren Mengen mehr. Vermeiden Sie auch kleine Naschereien, wenn Sie mal nicht schlafen können. Der Körper gewöhnt sich daran und  lässt den nächtlichen Gang zum Kühlschrank schnell zur Gewohnheit werden.

Grundsätzlich sollten Sie bei Schlafproblemen auf eine gute Schlafhygiene achten. Dazu zählen feste Aufsteh- und Schlafenszeiten, das Vermeiden von Nickerchen vor dem Fernseher und - wenn überhaupt - möglichst nur ein kurzer Mittagsschlaf. Sport und andere körperliche Anstrengungen kurz vor dem Schlafengehen sollten ebenfalls vermieden werden. Lassen Sie den Tag langsam ausklingen. Relaxen Sie. Gönnen Sie sich Ruhe - körperlich und geistig.

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