Primäre Insomnie: Warnzeichen Schlafstörungen!

Burn Out SyndromSchlafstörungen können die verschiedensten Ursachen haben. Krankheiten und äußere Einflüsse wie Licht, Lärm, Alkohol, Medikamente oder eine schlechte Schlafhygiene (unregelmäßige Schlafenszeiten, späte Nahrungseinnahme oder körperliche Anstrengung) kommen als Auslöser ebenso in Betracht wie belastende Lebensumstände. Können keine fassbaren Ursachen für die Schlafstörung gefunden werden, spricht man von einer primären Schlafstörung oder primären Insomnie.



In akuten Stressphasen oder unter belastenden Lebenssituationen sind schlaflose Nächte nichts Ungewöhnliches. Klingt die Belastung ab, finden die Betroffenen in der Regel auch wieder ihre Ruhe. Bei manchen werden die Schlafstörungen jedoch chronisch. Grübeln sie zunächst Nacht für Nacht über ihre akuten Sorgen, kreisen ihre Gedanken bald nur noch um das Thema Schlaf. Sie machen sich Vorwürfe, wieder nicht schlafen zu können, werden nervöse und haben Angst, vor Übermüdung am nächsten Tag kaum ihre gewohnte Leistung erbringen zu können. Je mehr sie sich wünschen, endlich ein- und durchzuschlafen, umso länger liegen sie wach. Denn wenn man willentlich versucht einzuschlafen, passiert genau das Gegenteil. Es entsteht ein Teufelskreis: Schlafprobleme in der Nacht, Konzentrationsprobleme am Tag, oftmals begleitet mit körperlichen Symptomen wie Herzrasen oder Angstzuständen.

Oft trifft es die Ehrgeizigen, Leistungsbewussten - diejenigen, die sich kaum Ruhe gönnen. Sie haben einen guten Job und einen hohen Leistungsanspruch an sich selbst. Beim unermüdlichen Erklimmen der Karriereleiter haben sie kaum Halt gemacht, sich keine Pausen gegönnt. Abschalten können sie schon lange nicht mehr. Experten sehen hier in der Schlaflosigkeit eine ernste Warnung. Der Körper rebelliert und sendet durch den ausbleibenden Schlaf die Botschaft: „Ich kann nicht mehr. Du hast die Grenzen meiner Belastbarkeit überschritten. Du gönnst mir zu wenig Ruhe.“

Nicht selten ist auch hier eine echte Lebenskrise oder Stresssituation der Auslöser für die Schlaflosigkeit. Finanzielle Sorgen beispielsweise, Stress mit dem Partner oder Angst um den Arbeitsplatz - all das sind Situationen, die belasten. Ganz klar. Normalisiert sich die Situation, sollte der Betroffene aber bald wieder zu seinem Schlaf finden. Tut er dies nicht, sollte er schnellstmöglich professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Neben Tagesmüdigkeit, Reizbarkeit, verringerter Leistungsfähigkeit und direkten körperlichen Beschwerden wie Bluthochdruck, Magenproblemen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen besteht zudem ein erhöhtes Risiko, durch anhaltende Schlaflosigkeit depressiv zu werden. Studien belegen, dass sich bei einer primären Schlafstörung eine kognitive Verhaltenstherapie, ergänzt mit einer guten Schlafhygiene und Entspannungsverfahren bewährt.

Besser ist es, es gar nicht soweit kommen zu lassen und seine Lebenseinstellung frühzeitig zu überdenken. Schalten Sie einen Gang zurück! Entspannungstechniken sind sinnvoll, um wieder zu lernen, sich zu entspannen und seinem Körper und Geist regelmäßig Erholung zu gönnen. Autogenes Training, progressive Muskelentspannung nach Jakobson oder Meditationstechniken sind hier empfehlenswert.

Da auch das Einschlafenwollen selbst eine Art Leistungsdruck auslöst, raten Experten, nicht auf den Wecker zu schauen, wenn man nachts aufwacht. Drehen Sie den Wecker am besten so, dass Sie die Zeit gar nicht sehen können. Auch einige weitere simple Tipps können helfen, besser ein- und durchzuschlafen: Das Schlafzimmer sollte ausschließlich zum Schlafen genutzt werden. Eine Ausnahme ist der Sex – der ist zudem Schlaf fördernd. Fernsehen, Essen, Telefonieren, Grübeln oder Lesen sind jedoch Tätigkeiten, die sie im Bett vermeiden sollten.

Gewöhnen Sie sich feste Schlafrituale an, um sich auf den Schlaf einzustimmen. Das kann das abendliche Zähneputzen, ein Spaziergang oder Musikhören sein. - Egal, was Sie machen, Hauptsache, Sie machen es regelmäßig jeden Abend.

Bleiben Sie nicht im Bett liegen, wenn Sie nicht schlafen können. Stehen Sie auf und machen Sie etwas Langweiliges. Legen Sie sich erst wieder hin, wenn Sie richtig schläfrig sind. Auch morgens sollten Sie auf keinen Fall länger im Bett bleiben. Ihr Schlafdefizit gleichen Sie damit nicht aus. Lange Bettzeiten führen zu einem leichteren Schlaf und Sie fühlen sich am nächsten Morgen noch geräderter.

schlafen-aktuell.de
Primäre Insomnie: Schlafstörungen
22.06.2010 - 13:56 Uhr