Die neuesten Erkenntnisse der internationalen Schlafforschung finden Sie hier ebenso wie Interviews mit Experten, Literaturtipps und Informationen zu Schlafstörungen, Schlafhygiene und weiteren Themen
###ADS-ZONE-468*60-Rubricken###
Interview mit dem Leiter der Schlafschule Düsseldorf, Dr. Michael Schreiber, psychologischer Psychotherapeut.
schlafen-aktuell: Was hat man sich unter einer Schlafschule vorzustellen? Geht es dort mehr wie in einer Schule oder mehr wie in einem Schlafsaal zu?
Dr. Michael Schreiber: Schlafen soll man in der Schlafschule sicher nicht. Vielmehr bietet unsere Schlafschule eine Hilfestellung für einen besseren Schlaf zu Hause. In zumeist Wochenendseminaren lernen die Teilnehmer, was Schlaf ist und sie lernen den richtigen Umgang damit.
Leiter der Forschungsgruppe Neuroendokrinologie an der Universität Lübeck:
schlafen-aktuell: Seit langem ist bekannt, dass Schlaf nicht allein der physischen Regeneration dienen kann, sondern auch besonderen Einfluss auf das menschliche Gehirn hat. Sie befassen sich mit dem Einfluss des Schlafes auf das Gedächtnis, d.h. auf Prozesse des Lernens und Vergessens. Wie kam es dazu, dass dieser Bereich in den Fokus der Wissenschaft geriet?
Schlaf war für die Menschen von jeher von zentraler Bedeutung. Schon in der Antike tauchte er in Göttergestalt auf. Bei den Griechen hieß er Hypnos und war der Sohn der Nacht (Nyx), der mit seinem Bruder Thanatos, dem Tod, in der Unterwelt lebte. Damals nahm man an, dass Schlaf und Tod zwei verwandte Zustände seien, der Tod „des Schlafes Bruder“. Heute weiß man, dass der Schlaf nur äußerlich dem Tode ähnelt, dass aber während der Ruhephase weder Körper noch Geist ihre Tätigkeit einstellen - ganz im Gegenteil.
Schlaf ist nicht nur eine biologische Notwendigkeit, sondern kann - richtig eingesetzt - die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit steigern, das Aussehen verbessern sowie immens zum persönlichen Wohlbefinden beitragen. Dabei ist es besonders wichtig, effizient und gesund zu schlafen.
Schlaf ist etwas so Natürliches und Alltägliches, dass es unglaublich erscheint, dass man bis heute nicht sicher sagen kann, warum Menschen und Tiere eigentlich schlafen und wie der Schlaf evolutionsbiologisch entstanden ist. Sicher ist lediglich, dass es in der Tierwelt ganz unterschiedliche Schlafstrategien gibt. So schlafen zum Beispiel Gnus, Rehe, aber auch Kühe und Pferde vorzugsweise im Stehen und legen sich nur auf die Seite, wenn sie sich absolut sicher fühlen. Der Schlaf von Beutetieren wie Zebras gleicht zudem mehr einem leichten Dösen, da sie stets wachsam und zur Flucht bereit sein müssen. Außerdem schlafen sie meist nicht länger als drei oder vier Stunden am Stück. Wissenschaftler vermuten, dass es der Arterhaltung und -regulation dient, dass Raubtiere gewöhnlich länger und tiefer schlafen als Beutetiere.