Philip Roth, der ewige Anwärter auf den Literaturnobelpreis, legt mit "Empörung" einen eindringlichen Roman über Generationenkonflikt und jugendliche Malaisen zur Zeit des Korea-Krieges vor.
- Anzeige -
Zu Beginn der 50er Jahre ist Marcus Messner neunzehn Jahre alt - und er wird bald sterben. Das ist das Leitmotiv in den jüngeren Romanen des Literaturnobelpreis-Anwärters Philip Roth: Er macht direkt zu Beginn klar, dass die Geschichte eines Toten erzählt wird. "Das Alter ist ein Massaker" hatte er noch in seiner grandiosen Novelle "Jedermann" geschrieben - diesmal ist das Massaker die Jugend.
Messner kommt aus einer jüdischen Metzgerfamilie in Newark. Bis vor Kurzem war sein Vater, in dessen Betrieb er in der Zeit zwischen Schule und Studium gearbeitet hatte, sein bester Kumpel. Der, der ihn ernst nimmt und aufs Leben vorbereitet - auf die Untiefen, von denen man im akademischen Betrieb nichts erfährt. Doch dann wird alles anders. Der Vater ergeht sich in endlosen Sorgen, dass seinem geliebten Sohn etwas zustoßen könnte. Die Loslösung vom erwachsen werdenden Kind gelingt ihm nicht, und für Marcus wird die Situation erdrückend. Er flüchtet, wechselt von seiner Heimatstadt an eine mittelmäßige Uni im mittleren Westen der USA, nur um dem Drängen seines Vaters zu entgehen.
Doch so unabhängig und eigenständig wie erglaubt, ist Marcus längst noch nicht. Er plagt sich mit der Angst, bei seinen Prüfungen zu versagen angesichts der sehr realen Gefahr, als kleiner Gefreiter (also als Kanonenfutter) eingezogen und nach Korea geschickt zu werden. Während er all die Malaisen der Adoleszenz durchlebt - von der tragischen Studentenliebe über die Eigenheiten der Wohnheim-Kumpels - gerät er immer wieder mit anderen aneinander. Alle paar Wochen wechselt er sein Zimmer, weil er mit seinen Mitbewohnern nicht klarkommt, und als ihn der strengkonservative Dekan darauf anspricht, weiß er nicht, wie weit man gehen darf, und wann man lieber die Klappe hält.
Mit "Empörung" hat Philip Roth nicht nur einen sehr lesbaren Roman geschrieben, er hat auch ein faszinierendes Panorama von Generationskonflikt und jugendlichem Übermut geschrieben - vor der Kulisse der konservativen 50er Jahre in den USA, und kaum ein Problem lässt er aus: Den Krieg, den Antisemitismus, die Diskriminierungen, die Decke der Prüderie, unter der es mächtig brodelte in den Jahren kurz vor all den kleinen und großen gesellschaftlichen Revolutionen, die überkommene Gesellschaftsmuster über Bord warfen.
Dieses Buch bei Amazon bestellen:
Empörung