Über DEHP in Vinylen als Weichmacher sin dwir uns einig.
-> Besser nicht verwenden!
Über Mesamoll sind wir uns auch einig.
-> Sehr gute Alternative
Über den Einsatz von DINP gibt es meiner Meinung nach noch Diskussionsbedarf. Ja, es ist richtig, dass DINP REACH-Klassifiziert ist. Aber gibt das ausreichend Sicherheit für den Verbraucher? Ich denke, NEIN!
Die REACH-Klassifizierung gibt Sicherheit (vorallem Rechtssicherheit) für die Produzenten von Weichmachern und PVC-Produzenten, dass sie diese Weichmacher einsetzen dürfen. Und genau das verkünden die PVC-Hersteller auf der hier erwähnten Homepage. Ja, die Hersteller, denn die Homepage wird vom European Council for Plasticisers and Intermediates (ECPI) betrieben. Das ist der Europäische LOBBY-Verband der Kunststoffindustrie.
Diesen Werbeaussagen zu Vertrauen ist genauso verlässlich, wie Vattenfall in Bezug auf die Reaktorsicherheit von Krümmel zu glauben. Es geht hier um Geld und zwar um sehr viel Geld.
EU-Richtlinie hin oder her. Auch hier nehmen die Lobbyverbände Einfluss und nicht zu knapp.
Wenn DINP so harmlos sind, warum hat die EU auch diese seit Januar 2006 mit den EU-Richtlinien
76/769/EWG
88/378/EWG
für die Verwendung in Kinderspielzeug (Spielzeug für Kinder unter 3 Jahren, das in den Mund genommen werden kann) verboten?
Aber ich will auch mal meine Skepsis weniger von meinem Glauben begründen und durchaus vertrauenswürdigen Quellen und Instanzen Raum geben.
umweltbundesamt.de, Broschüre "PHTHALATE – DIE NÜTZLICHEN WEICHMACHER MIT DEN UNERWÜNSCHTEN EIGENSCHAFTEN":
"DINP und DIDP stehen in Verdacht, sich in hohem Maße in Organismen anzureichern und in Boden und Sedimenten langlebig zu sein. Die hohen Einsatzmengen für Weich-PVC und die Strukturähnlichkeit zu DEHP lassen eine starke Ausbreitung in der Umwelt erwarten. Aus Vorsorgegründen spricht sich das UBA dafür aus, den Umwelteintrag von DIDP und DINP zu vermeiden."
Da sich die Freisetzung von Weichmachern aus PVC nicht vermeiden läßt kommt es immer zu einer Aussaat in die Umwelt (Umwelteintrag). Empfiehlt man vorsroglich auf die Verwendung dieser Stoffe zu verzichten, wenn es überhaupt keine Indizien für Probleme mit den genannten Stoffen gäbe?
Bundesamt für Risikobewertung (www.bfr.bund.de):
Artikel "Übergang von Phtalaten aus Twist-off-Deckeln in Lebensmittel"
In diesem Artikel kommt man zu dem Schluss, dass bereits heute, allein durch die Verwendung dieser Weichmacher in derLebensmittelindustrie in der Regel unsere tägliche Unbedenklichkeitsschwelle überschritten wird.
ÖKO-TEST November 2005
Turn- und Gymnastikmatten
Salto mortale:
"Dazu sei erwähnt, dass DINP einer von drei Weichmachern ist, die nach einer neuen EU-Richtlinie künftig in sämtlichen Spielzeugen und Babyartikeln verboten ist, wenn diese von Kindern in den Mund genommen werden können."
Last But not Least, die Aussage des Meinungsmachers Öko-Test.
Ich persönlich finde Öko-Test jetzt nicht unbedingt die Quelle mit der größt möglichen Glaubwürdigkeit, diese Zeitschrift geniesst aber trotzdem in der Öffentlichkeit eine gewisse Reputation.
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Ich glaube, dass wir alle mündige Bürger und Verbraucher sind. Und wir können als solche auch selbständige Entscheidungen treffen. Allerdings sollten wir gut und umfassend informiert werden. Damit wir unsere eigenen Schlüsse zeihen können und unser persönliches Risiko auch bewerten können, brauchen wir möglichst unabhängige aussagen zur Verwendung von Weichmachern.
Wenig hilfreich sind für mich marketing-strategische Aussagen der PVC-Hersteller.
Jeder muss für sich entscheiden, welches Material das richtige ist. Das ist beim Zahnarzt so (Amalgam oder Kunstsoff) und jeder muss auch selbst entscheiden, ob man gerne direkt neben einem Atomkraftwerk wohnen will bzw. dort hinzieht. Bleiben wir mal bei dem Beispiel AKW: Die Stromerzeuger betuern auch die Sicherheit ihrer Technologie, aber vor dem Hintergrund auch der aktuell diskutierten Leukämie-Studie kommen doch immer wieder Zweifel auf.