Auf dem Markt werden mit verschiedensten Argumenten angebliche Alternativen zum Wasserbett angeboten. So soll beispielsweise die Verwendung eines Lattenrostes möglich sein, eine Heizung sei verzichtbar, von Wegfall von Konditionierer und vielem mehr ist zu hören und zu lesen.
Um sich selbst ein Bild von der Qualität dieser Alternativen machen zu können, ist es unverzichtbar, zunächst das Prinzip des Wasserbettes zu verstehen. Beim richtigen Wasserbett geht es nämlich
nicht darum, einfach nur auf einer weichen Unterlage zu liegen!
Grundlage ist vielmehr ein geschlossener Wasserbehälter mit nahezu widerstandsloser Oberfläche (Wasserkern), der mit einer genau definierten Wassermenge gefüllt ist. Jeder menschliche Körper hat, abhängig von Größe, Gewicht und Körperform eine bestimmte Wasserverdrängung (wie sich in der Badewanne leicht feststellen lässt).
Im Wasserkern muss genau die Wassermenge eingefüllt sein, die bei der vom Körper gegebenen Wasserverdrängung dafür sorgt, dass der Körper „drucklos“, also mit absolut gleichmässiger Gewichtsverteilung darauf liegt. Voraussetzung hierfür ist:
- alle Körperteile müssen ausreichend tief einsinken können, ohne die Bodenplatte zu berühren, es ist also eine „Mindesttiefe“ des Wasserkerns notwendig.
- der Wasserkern muss genug Volumen haben, um das vom Körper verdrängte Wasser noch aufnehmen zu können, sonst ist keine optimale Wassermengenanpassung möglich.
Die Auflage hat beim normalen Wasserbett keinerlei Polsterfunktion, sondern dient nur dem Schutz des Wasserkerns vor mechanischer Beschädigung und saugt Körperfeuchtigkeit auf, um sie wieder an die Luft abzugeben. Deshalb ist die Auflage meistens sehr dünn und elastisch. Eine Oberflächenspannung will man möglichst vermeiden!
Beim Wasserbett mit einer Wasserkernhöhe von ca. 20cm oder mehr und ausreichender Größe des Wasserkerns ist es möglich, die passende Wassermenge zu finden, um den Körper ausgewogen, also drucklos zu „lagern“. Die größte Schwierigkeit des Wasserbettes, das Herausfinden der richtigen Wassermenge, ist zugleich die elementare Voraussetzung für ein ordentliches Funktionieren des Systems Wasserbett!
Stellen wir uns vor, wir hätten in einem 20cm hohen Wasserkern die ideale Wassermenge herausgefunden. Jetzt reduzieren wir gedanklich die Höhe des Wasserkerns auf 15 cm und gleichen die Wassermenge im passenden Verhältnis an. Was passiert jetzt? Richtig: Der Körper berührt die Bodenplatte! Wenn wir das verhindern möchten, haben wir zwei Möglichkeiten:
1.) Wir verwenden eine (mindestens 5 cm?) dicke Auflage mit entsprechender Polsterung. Das Polster verhindert eine Berührung der Bodenplatte – zumindest spüren wir die Bodenplatte nicht mehr.
2.) Wir füllen mehr Wasser ein. Folge: Der Körper liegt auf einem Berg. Um das auszugleichen, verwenden wir eine dicke Auflage, siehe 1

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Im Ergebnis haben wir es also jetzt mit einem Zwittersystem von Wasserbett und Trockenmatratze (flacher Wasserkern + dicke "Auflage") zu tun. Eine optimale Wassermenge ist in diesem System nicht mehr erforderlich - man kann also die sowieso "falsche" Wassermenge beispielsweise zur "Härte- oder Beruhigungsregulierung" verwenden.
Allerdings ist systembedingt eine optimale Wassermenge auch gar nicht mehr erreichbar, weil kein ausreichendes Verdrängungsvolumen vorhanden ist. Das Ziel des Wasserbettschläfers, das drucklose Liegen, ist deshalb ebenfalls nicht mehr erreichbar.
Das beschriebene Zwitter-Prinzip finden wir bei Leichtwasserbetten, Schlauchsystemen, Ölbetten, manchen Gelbetten und anderen Konstruktionen wieder: Ein Flüssigkeitsboden mit einigen Zentimetern Höhe wird von einer dicken Auflage abgedeckt. Theoretisch genauso denkbar wäre ein "Matratzenboden" mit einem darauf liegenden Flüssigkeitskern...
Auf vielen dieser Betten kann man wegen der flüssigkeitsbedingten „Weichheit“ oder besser "Nachgiebigkeit" recht angenehm liegen – der echte Wasserbettkomfort ist aber nur mit dem exakt umgesetzten Wasserverdrängungs- oder besser Flüssigkeitsverdrängungsprinzip erreichbar. Letztlich wäre für die Wirkung egal, ob Wasser, Öl, Gel oder welche Flüssigkeit auch immer verwendet wird - es kommt nur auf das Prinzip "Flüssigkeitsverdrängung" an! Leider wird dieses Prinzip bei den Alternativsystemen aus verschiedenen Gründen in der Regel eben nicht umgesetzt...
Da auch die Alternativsysteme ihren Preis haben (der durchaus höher liegen kann als für ein "echtes" Wasserbett), sollte man sich genau überlegen, welches Ziel mit der Anschaffung eines neuen Bettensystems erreicht werden soll! Meistens werden am Ende dann doch die meisten Argumente für das Wasserbett sprechen...