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2.1. Technischer Teil: Chemie der Kunststoffe
Polyvinylchloride, Kurzzeichen PVC, für die bei der Homopolymerisation von Vinylchlorid (VC) anfallenden Polymeren: Der Kunstoff PVC wird technisch durch Verfahren der Suspensionspolymerisation (S-PVC), der Mikro-Suspensionspolymerisation (s. Suspensionspolymerisation), der Emulsionspolymerisation (E-PVC) u. der Substanz- bzw. Massepolymerisation (M-PVC) hergestellt. Die weitaus größte Bedeutung in der Kunstoff-Technik haben Suspensionspolymerisations-Verfahren.
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Die anfallenden Polymere haben die allg. Grundstruktur die aus der Kopf/Schwanz-Polymerisation des Monomeren resultiert. Als Gründe für die bei Temp. oberhalb 100° verlaufende Dehydrochlorierung werden strukturelle Fehlstellen (mitten- u. endständige Doppelbindungen) diskutiert (Lit. ). Die Makromoleküle der P. sind nicht streng linear; sie haben in Abhängigkeit vom Monomer-Umsatz u. der Polymerisations-Temp. ca. 3–20 kurze Seitenketten pro 1000 C-Atome (Lit. ).
Technische PVC-Kunststoffe haben Molmassen von ca. 30000–130000 g/mol, die K-Werten von 45–80 entsprechen (Lit. ). Bei allen Polymerisations-Verfahren fallen zunächst sehr kleine PVC-Primärteilchen an, die sich bei höherem Monomer-Umsatz zu wesentlich größeren Sekundärteilchen zusammenlagern. Die gewünschte Morphologie der PVC-Teilchen, z.B. glatt, kompakt, unregelmäßig geformt od. porös, wird über die verwendeten Polymerisations-Hilfsmittel (Schutzkolloide, Emulgatoren) u. Rühr-Bedingungen eingestellt. Die VC-Polymerisation wird radikal. initiiert u. in der Regel bei Monomer-Umsätzen von 75-90% abgebrochen. Das hochtoxisch kanzerogene nicht umgesetzte Vinylchlorid wird destillativ weitestgehend aus den Polymerisationsansätzen entfernt u. durch Intensiventgasung auf zulässige niedrigste Restgehalte, z.B. <1 ppm bei P. für Lebensmittel-Verpackungen, abgesenkt (Lit. ).
Der Kunststoff PVC wird durch Extrudieren, Kalandrieren, Blasformen, Spritzgießen, Pressen od. Sintern verarbeitet u. zwar mit Gehalten an Weichmachern von 0–12% (Hart-PVC), >12% (Weich-PVC) bzw. sehr hohem Weichmacher-Gehalt (Plastisole, PVC-Paste). Die Weichmacher-Aufnahmefähigkeit der PVC nimmt mit steigender Molmasse u. Porosität der PVC-Teilchen zu. Die thermische Labilität der PVC erfordert den Zusatz von Hilfsmitteln (Stabilisatoren, Gleitmittel u.a.) bei der Verarbeitung.