Coole Menschen haben Wasserbetten - Gute-Nacht-Literatur auf Wasserbetten News - Seite 4
Agnes liegt noch immer neben mir, die Schlafwärme hat sich verflüchtigt. Auf ihren Brüsten, die sie nicht mit den Armen verdeckt, regt sich eine Gänsehaut. Ich möchte sie streicheln, halte aber meine Hand im Zaum.
Agnes stößt mir den Ellenbogen in die Seite.
„Hilft nichts“, sagt sie. „Hoch mit dir. The party’s over. Tut mir leid.“ Die Frau ist echt cool. Imponiert mir.
Ich gehe mit vorgehaltenen Händen zu meinen Sachen. Lächerlich, aber ich sehe keine Alternative. Eddie guckt, eher neugierig als rambomäßig. Auch nicht mit dem für solche Fälle obligatorischen haßerfüllten Blick, nicht cool, nicht zerschmettert, nicht höhnisch. Aber irgendwie guckt er.
„Ich versteh das nicht“, sagt er in den Raum.
„Du wirst es schon noch verstehen“, sagt Agnes.
„Ich mach mal Kaffee“, murmelt der inzwischen angekleidete Kangoofahrer, immer ein Mann des Praktischen. Agnes zieht sich erst mal ins Bad zurück.
„Für mich lieber Tee, wenn Sie hier schon den Küchendienst übernehmen“, sagt Eddie.
Er sagt Sie zu mir. Der Mann hat trotz seiner Rambomäßigkeit Lebensart. Imponiert mir. Solange er nicht du Drecksack zu mir sagt, sondern Sie, bringt er mich auch nicht um.
Dann steht er lange am Fenster und blickt nach draußen, wo das Dunkel einem schütteren Morgenlicht weicht, in dem der Schein der Straßenlaternen nur noch um eine schwache Nuance blasser ist als das fahle Grau. Auf den Autos hat sich die Feuchtigkeit niedergeschlagen, die Scheiben sind von Nässe überzogen, auch die des borneo-grünen Kangoo. Nur dem Mitsubishi Trooper, der davor geparkt ist, sieht man an, daß er erst vor kurzem angekommen ist. Vom Küchenfenster habe ich die gleiche Aussicht. Ein Zeitungsausträger hetzt von Haus zu Haus, läuft dann mit seltsam schwerelos wirkenden Trippelschritten, als setzte er die Füße gar nicht auf, zu seinem Handkarren, den er an der Ecke abgestellt hat. Irgendwo startet jemand, der zur Frühschicht muß, sein Auto.
„Machen Sie hier öfter Kaffee?“ fragt Eddie und tritt in die Küche, hält sich am Küchentisch fest und sieht mich an. Das Wasser brodelt.
„Nein. Zum Beispiel weiß ich nicht, wo die Filter sind“, erwidere ich und blicke mich suchend um, damit ich ihn nicht anzuschauen brauche. Er zeigt auf eine Tür des Küchenschranks. Er ist blaß, kein gutes Wetter in Frankreich, oder wo er nun war.
„Nein. Zum Beispiel weiß ich nicht, wo die Filter sind“, erwidere ich und blicke mich suchend um, damit ich ihn nicht anzuschauen brauche. Er zeigt auf eine Tür des Küchenschranks. Er ist blaß, kein gutes Wetter in Frankreich, oder wo er nun war.
„Ich muß kotzen“, sagt er und läuft zum Bad.
„Laß mich mal rein, mach schnell.“
„Augenblick noch. Gleich“, ruft Agnes von drinnen.