Es ist Sommer, es ist WM, und alle sind nach dem bitterkalten Winter gut drauf! Wirklich alle? Nein, es gibt auch Menschen, denen die Hitze zu schaffen macht. Neben Abgeschlagenheit und Kreislaufproblemen gehören Schlafstörungen zu den häufigsten Begleiterscheinungen heißer Nächte jenseits der 30°.
Der Grund für die gestörte Nachtruhe ist simpel: Im Einschlafprozess wird die Körpertemperatur normalerweise heruntergefahren. Sobald aber die Lufttemperatur die des Körpers übersteigt, funktioniert das nicht mehr richtig. Dass der eine damit Probleme hat und der andere nicht, hat unterschiedliche Gründe, die teils individuell körperlich oder auch durch die Lebensweise bedingt sind. Es gibt eben Menschen, die hitzeempfindlicher sind als andere, manch einer schwitzt stark, der andere kaum. Wer ohnehin stark schwitzt (was nicht zwangsläufig an Über- oder Untergewicht liegen muss), dessen körpereigenes Kühlsystem reagiert im Grunde sensibler und damit besser – was aber nicht bedeutet, dass dadurch die Lebensqualität steigt. Und nicht zuletzt ist das Problem auch eine Gewöhnungssache – ansonsten würden ja ganze Gesellschaften, die in naturgemäß wärmeren Ländern leben, unter Dauerschlafstörungen leiden.
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Für diejenigen, die der Sommer um den Schlaf bringt, gibt es zumindest partielle Abhilfe. Zum einen sollte das Schlafzimmer möglichst kühl gehalten werden, also: Tagsüber Fenster zu und Rollläden runter. Gut ist es, in den frühen Morgenstunden vor Sonnenaufgang zu lüften, denn dann ist die Außenluft am kühlsten. Wer nachts die Fenster auflässt, kann zusätzlich nasse Handtücher vor die Fenster hängen – das hält Ungeziefer ab und sorgt für zusätzliche Abkühlung. Wichtig ist es dabei, Zugluft zu vermeiden, da sich sonst die Erkältungsgefahr massiv erhöht. Ventilatoren haben übrigens denselben negativen Effekt. Und: Wer kein Frühaufsteher ist, der sollte den Schlaf kurz unterbrechen, um zum Sonnenaufgang alles wieder dicht zu machen, denn ansonsten heißt sich das Zimmer in kürzester Zeit wieder auf, wenn es direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist.
Wenn das Schlafzimmer für den überwiegenden Teil des Tages direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist, empfiehlt es sich, auch mal auszuwandern und in der heißesten Phase sein Lager in einem besser zu kühlenden Zimmer aufzuschlagen – oder gar, wenn möglich, im Keller, denn der bleibt zumeist auch in längeren Hitzephasen angenehm kühl.
Zusätzlich sind Kühlakkus oder auch mit kaltem Wasser gefüllte Wärmeflaschen hilfreich. Die sollten aber nicht eiskalt, sondern nur kühl sein, ansonsten besteht Erkältungsgefahr. Einen doppelten Effekt hat es, wenn man Kopfkissen und Bezüge ca. eine Stunde vor dem Zubettgehen ins Tiefkühlfach legt – man liegt danach nicht nur gut gekühlt, die eisigen Temperaturen töten auch Milben und andere Allergieerreger ab.
Immer wieder hört man, dass man vor der Bettruhe nichts mehr essen sollte, da ein voller Magen das Einschlafen verhindert. Das stimmt so pauschal nicht und liegt wieder an individuellen Faktoren. Es gibt Menschen, die können mit vollem Magen nicht schlafen, andere hindert ein leerer Bauch daran. In letzterem Fall ist es wichtig, was man zu sich nimmt: es sollte möglichst nicht zu fettig oder schwer sein. Leichte Kost wie Salate, Obst oder generell kleinere Portionen können einen positiven Effekt haben. Verzichten sollte man auf Alkohol, denn der entzieht dem Körper Flüssigkeit – und Flüssigkeit ist elementar wichtig für die körpereigene Kühlung. Außerdem treibt Alkohol den Harndrang – und es nützt wenig, wenn man gut einschläft, dann aber bald wieder aufwacht, weil man zur Toilette muss.
In diesem Sinne: Gute Nacht!
Gerrit Wustmann