Lifestyle im Schlafzimmer

Bildmaterial: Pressedienst - imm CologneAuf der IMM Cologne 2007 hat die Wasserbetten-Branche unübersehbar Präsenz gezeigt. Von den 67 Unternehmen, die in der Halle 9 die Produktkategorie „sleep“ repräsentierten, gehören über ein Drittel der Wasserbetten-Industrie an. Zu den aufsehenerregendsten, von Konsumenten viel getesteten Highlights zählten das knallrote Designer-Bett von Akva, das luxuriöse Multimedia-Bett von Profine und die elegante Modellreihe mit viscoelastischer Auflage von RWM - Lifestyle zieht, könnte mithin ein Fazit der Wasserbetten-Aussteller auf der IMM lauten.



„Die emotionale Inszenierung der Aussteller machte geradezu Lust auf das Thema Einrichten“, fasste Wolfgang Kranz, Geschäftsführer der Kölnmesse, seine Eindrücke nach sieben Tagen IMM zusammen. Dirk-Uwe Klaas, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie, beobachtete eine „gute Ordertätigkeit“.

115.000 (Fach-)Besucher kamen zwischen dem 15. und 21. Januar nach Köln, davon 34.000 Konsumenten, die sich auch durch die dank des Orkans Kyrill erschwerten Anreise nicht von einer Besichtigung abbringen ließen. In der Halle 9 stießen sie auf eine eindrucksvolle Demonstration erstarkten Selbstbewusstseins: 23 Wasserbetten-Hersteller zeigten ihre neuen Produkte, nicht wenige davon auf Ständen, die gestalterisch wie flächenmäßig mit den ganz Großen der Möbelindustrie mithalten konnten.

RWM-Messestand auf der immCologne 2007Mit einem großzügigen, übersichtlich eingerichteten Präsentationspodium beeindruckte etwa die Olchinger RWM Wasserbetten GmbH. Im Zentrum des Kundeninteresses standen dabei die Modelle mit der neuen viscoelastischen Auflage Aqvisco. Deren stark wellenberuhigende Wirkung soll potentielle Hemmschwellen von Wasserbetten-Neukunden senken - und das Interesse, das hat der gut besuchte Messestand gezeigt, ist groß. Vor allem die Kombination mit dem eleganten Bettsystem „Milan“, das in den Farben Bordeaux, Wenge und Weiss ausgeliefert wird, zog viele Besucher wie magisch an.

Bildmaterial: Pressedienst - imm CologneJede Menge bewundernde Blicke erntete auch Akva für sein aufregendes Lifestyle-Bett „Rubin“. Knallrotes Leder, geschwungene Linien, weiche Rundungen - wer an dem Stand vorbeikam, blieb unvermeidlich stehen. Der Möbeldesigner Per Weiss entwarf das Modell speziell für den dänischen Wasserbetten-Hersteller (Interview) und landete damit einen Volltreffer: Die Jury der IMM Cologne nominierte das Bett für den Interior Innovation Award Cologne 2007.

Dass Wasserbetten keine gewöhnliche Betten sind, zeigte gleich nebenan auch der belgische Fabrikant Profine. Ganz nach dem bekannten Satz des Gesellschaftsforschers Horst Opaschowski, wonach Wohlstand viel mit Wohlfühlen zu tun habe, baute das Unternehmen die Schlafstatt zur Wellness-Burg mit Multimedia-Anschluss aus: Eine komplette Hifi-Anlage versteckt sich in einer stoffbespannten Truhe zu Füßen des Liegenden. Ein Knopfdruck und das Komplett-System aus Flachbildschirm, DVD-Player und Boxen fährt hoch. Fans von Action-Filmen oder basslastiger Musik bekommen zudem die volle Dröhnung der unter den Wassermatratzen angebrachten Lautsprecher zu spüren - ein Lifestyle-Programm wie geschaffen für verregnete Sonntage im Bett.

Insgesamt vermittelten die auf der IMM vertretenen Hersteller den Eindruck, dass sie ihrem Markenauftritt mehr Gewicht verleihen wollen. Denn immer noch mangelt es an bundesweit bekannten Labels - ein Merkmal der gesamten Möbelbranche. „Der Weg aus der Anonymität ist schwierig“, erkennt die „Süddeutsche Zeitung“. „Vor allem in einer so stark mittelständisch geprägten Branche wie der Möbelindustrie. Wer seinen Namen bekannt machen und in Erinnerung bleiben will, darf bei der Werbung nicht kleckern, der muss klotzen.“ Hülsta, neben Interlübke wohl bekanntester Möbelhersteller in Deutschland, investiert jedes Jahr an die 30 Millionen Euro in Marketingmaßnahmen - 10 Prozent des Umsatzes.

Von solchen Dimensionen kann die kleine Wasserbettenbranche derzeit nur träumen. Aber mit offensiven Auftritten wie auf der IMM - zu erwähnen sind hier auch die gestalterisch eindrucksvollen Stände von Smartsleep, Wacore und Blutimes - sind die ersten Schritte hin zu einer breiteren Wahrnehmung getan. Denn dass die Konsumenten mehr denn je bereit sind für neue Schlaferfahrungen, hat die IMM gezeigt. Der Gesundheitsgedanke ist dabei nur ein, natürlich weiterhin wichtiger, Aspekt - viele Hersteller berichteten von Kundengesprächen, in denen das Thema Lifestyle im Vordergrund stand. Eleganz, Komfort, das Gefühl, etwas Besonderes zu besitzen, derartige Argumente gewinnen an Bedeutung. „Das Wohnen wird immer mehr Ausdruck des sozialen Rückgrats“, sagt Möbelverbandschef Klaas. „Die Wohnung zeigt, wo man hingehört“. Gestützt wird seine Einschätzung von einer Umfrage des Allensbacher Instituts für Demoskopie, wonach für die Mehrheit der Bundesbürger die wichtigsten Dinge im Leben, in dieser Reihenfolge, Freunde, Freizeit und Wohnungseinrichtung lauten. Man will sich vor allem wohl fühlen in den eigenen vier Wänden, und das geht nicht ohne einen gesunden, guten Schlaf. Klingt ganz so, als ob dem Wasserbett goldene Zeiten bevorstehen.

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Neue Lifestyle im Schlafzimmer
22.06.2010 - 13:23 Uhr