IMM Cologne 2009 in Köln

Trends in der Möbelbranche


Internationale Möbelmesse imm cologne 2009: Der neue Trend zum Konservativen

IMM-Cologne-2009Die Internationale Möbelmesse imm cologne vom 19. bis 25. Januar war auch im Jahr 2009 wieder eine von Industrie und Handel hochgeschätzte Plattform zur Präsentation der Trends in der Möbelbranche. Zahlreiche Aussteller schätzen die imm als die weltweit wichtigste Messe ihrer Art. Wasserbetten-News war für Sie vor Ort und präsentiert Neuheiten und Trends im Bettenbereich - Eine Übersicht.


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Der Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM) gibt sich zur Messe optimistisch. Trotz der weltweiten Wirtschaftskrise habe die Branche bis September ein Umsatzplus von 3,4% gegenüber dem Vorjahreszeitraum erzielt, heißt es in einer Pressemeldung. Dass dies ein Durchschnittswert ist und die Krise keineswegs jeden Hersteller verschont, zeigte sich bereits bei einem ersten Rundgang. Während einige Präsentationen gewohnt ausladend und demonstrativ pompös ausfielen, beschränkten sich andere auf winzige Ausstellungsplätze, und auch Lücken waren bei genauerem Hinsehen zu finden. Einige Aussteller seien trotz Anmeldung gar nicht erschienen, war aus Branchenkreisen zu vernehmen. Auch der Andrang während der Publikumstage war trotz moderater Eintrittspreise (17 Euro pro Person / 34 Euro für Familien) überschaubar. Eher selten fanden sich die messetypischen Menschentrauben, auf dem großzügigen Kölner Messeboulevard verlief sich die Menge. So verzeichnet die Leitung der koelnmesse einen „leichten Rückgang bei den Besucherzahlen“.

In Halle 9 fand unter dem Titel imm sleep eine Schwerpunktpräsentation zum Thema Schlafen, Schlafmöbel und Gesundheit statt. Auffällig war die Konzentration auf eher konservatives und klassisches Design, die im Bettenbereich besonders stark zu spüren war. Auch technische Innovationen kleiden sich 2009 in ein eher häusliches, seltener nur in ein jugendlich-dynamisches Gewand. Nachfragen bei den Ausstellern, sowie die offiziellen Verlautbarungen der Messeorganisatoren lassen diesen eindeutigen Trend als symptomatisch für die derzeitige Wirtschafts- und Gemütslage der Zielgruppen erscheinen. „Die klassischen Varianten verkaufen sich am besten“, erzählt Andrejel Zajac vom Hersteller T.B.D., der Carbonheizungen für Wasser- und Gelbetten herstellt. Die eher bunten Varianten stünden dahinter zurück und erreichten ein eingeschränkteres Publikum. Lars Eric Broch vom dänischen Hersteller Mermaid sieht den Trend eindeutig im hochpreisigen Qualitätsbereich. Nicola Ludwig von der Firma Wohnform in Groß-Bieberau, die großen Wert auf elegante Details legt, bestätigt diese Einschätzung. Den zahlreichen Billigherstellern und Händlern sagt sie ein schwieriges Jahr voraus, merkt aber auch an, dass der Discountbereich, der oft nur mittelmäßige Qualität liefert, der Branche mitunter zu schaffen macht. Broch sieht diesen Aspekt entspannter. „Ich freue mich über jedes Wasserbett, das bei Ebay verkauft wird“, sagt er, denn das erhöhe den Absatz von Ersatz- und Einzelteilen bei Herstellern wie Mermaid. Allein 2008 sei der Absatz einzelner Komponenten um rund 40% gestiegen.

Den Trend zur eher konservativen, heimbetonten Optik erklärt der VDM in erster Linie mit der wirtschaftlichen Gesamtsituation der Menschen: „Immer dann, wenn die Menschen größere Unsicherheit verspüren, bekommt das eigene Zuhause und die damit verbundene Geborgenheit und Sicherheit in den eigenen vier Wänden einen höheren Stellenwert. Nur die Möbelbranche kann dieses Bedürfnis jetzt befriedigen und damit Möbel im Ranking der persönlichen Begehrlichkeiten weiter nach oben bringen.“ Experimente und futuristisches Design sind 2009 offenbar weniger gefragt. Die Aussteller berücksichtigen das. In den Betten steckt zunehmend High-Tech. Die Weiterentwicklung des Schlafkomforts durch Betten und Matratzen, die sich mit allerlei Gimmicks und technischer Raffinesse den Bedürfnissen der Endkunden anzupassen scheinen, schreitet voran, und auch der gesundheitliche Aspekt des Schlafens rückt mehr und mehr in den Vordergrund. Zu Ende des ersten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts ist offenbar ein einfaches Bett, wenn auch technisch bis ins kleinste Detail ausgearbeitet, nicht mehr ausreichend, um die Kundenwünsche zu befriedigen. Die Konsequenz ist, dass die präsentierten Produkte, mehr noch als in den vergangenen Jahren, durch zahlreiche, oft multimediale Gimmicks aufgewertet werden. Vor diesem Hintergrund erstaunt es, dass sich auf der imm 2009 relativ wenige wirkliche Neuerungen und Innovationen finden. Abgesehen von neuen Ideen wie der von der Firma Akva entwickelten Thermoauflage für Wasserbetten, die eine Heizung fast überflüssig macht, und dem Niveauausgleichssystem von Tasso, das eigentlich schon älter ist, jetzt erst aber wirklich wahrgenommen wird, findet sich nicht viel, das nicht schon vorher zu sehen war.

Über echte und vermeintliche Neuerungen, Trends und Innovationen berichtet Wasserbetten-News ausführlich in einer Artikelreihe zur imm cologne.

Gerrit Wustmann

VGW 228