Strategien der Wasserbetten-Branche
Während sich in den letzten Jahren im Wasserbetten-Bereich zunehmend eine Entwicklung in Richtung „Life-Style“ abzeichnete, sind auf der imm cologne 2009 neue Trends zu erkennen.
Wasserbetten werden auch im Internet mit wachsendem Erfolg abgesetzt, was bei manchen Verbrauchern mangels ausreichender Kenntnisse zu Handhabungsfehlern und damit zu Enttäuschungen führt (siehe auch Internet verändert Handel). Dadurch werden die klassischen Vorurteile gegenüber Wasserbetten, etwa dass sie zu schwer seien, hohe Heizkosten verursachen, die Wassermengeneinstellung schwierig sei, eher bestätigt.

Der Fachhandel könnte hier als Problemlöser auftreten und seine Stärke der qualifizierten Beratung in den Vordergrund stellen. Also rückt wieder „Otto-Normalverbraucher“ in den Fokus der Wasserbettenhersteller. Nahezu alle Hersteller bieten inzwischen auch Leichtwasserbetten an. Hierbei wird die Wassermenge im Wasserkern deutlich reduziert. Der Komfortverlust soll durch eine entsprechend dicke Textilauflage weitgehend kompensiert werden. Damit wird die Wassermengeneinstellung unkritisch, das Gewicht des Bettes sinkt und die Wasserbettenheizung muss deutlich weniger leisten.
Während die österreichische Firma ITW ausschließlich auf dieses Konzept setzt, bieten andere Hersteller diese Lösung nur als Alternative zum klassischen Wasserbett an. Beim dänischen Unternehmen Jorck & Larsen (Mermaid; siehe auch Komfort aus Dänemark) werden Leichtwassermatratzen als problemlose Variante für pflegebedürftige Personen und Kinder gesehen. Der Mitbewerber Akva testet derzeit eine zusätzliche Einlage für das Wasserbett, um einerseits die Wärmeabstrahlung nach oben zu vermindern und andererseits nachträglich die Beruhigung des Wasserkerns zu erhöhen.
Ein verbreitetes Problem scheint auch zu sein, dass sich Paare über das Schlafsystem uneins sind. So bietet die Firma Bodyform eine Kombination aus Wassermatratze und Luftbett an. Auch die nachträgliche Umstellung eines Wasserbetts auf diese Kombination ist nach Angabe der Firma ohne Aufwand möglich.
Besonders umfangreich stellt sich die Produktpalette von Blutimes dar, wo vom klassischen Trockensystem bis zum klassischen Wasserbett für jeden Kunden eine Lösung geboten wird. Auch ein Gelbett (siehe Gelbett – Alternative zum Wasserbett?) ist im Angebot.
Die gleiche Strategie verfolgt die Firma Dreamtec Bettensysteme, wo alle nur denkbaren Schlafsysteme vorgestellt wurden. Trockensystem und Luftbett, Schlauchwasserbett und Leichtwasserbett, klassisches Wasserbett und Gelbett, für jeden Bedarf scheint es eine Lösung zu geben. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang, dass beim angebotenen Gelbett die neue Großflächen-Carbonheizung der Firma T.B.D. zum Einsatz kommt, die ebenfalls mit einem eigenen Stand auf der Messe vertreten war.
Eine Ausnahme von dem Trend, Lösungen für den Massenmarkt zu bieten, bildet 2009 die Firma Abbco. Ein einziges, riesiges Wasserbett mit dem eingebauten Aquasurround-System erregte dort die Aufmerksamkeit der Besucher. Bei diesem System wird in die Bodenplatte ein Schallwandler eingebaut, der die Schwingungen der angeschlossenen Musikquelle auf das Wasser des Wasserkerns überträgt. Musik hören mit dem ganzen Körper – eine beeindruckende Erfahrung.
Die Wasserbettenindustrie ist offensichtlich bestrebt, neue Kundengruppen für ihre Produkte zu begeistern. Wie wir aus unserem angeschlossenen Forum sehen, stehen die Chancen dafür nicht schlecht. Auf die weitere Entwicklung dieses Marktes dürfen wir gespannt sein.
Michael Schamel
Branche Strategien
19.06.2010 - 11:04 Uhr