Wasserbetten im Film

"Planet Terror" (Senator)Früh erkannte die Filmindustrie das erotische Potential von Wasserbetten. Seit 35 Jahren werden Wasserbetten ins Bild gesetzt, wenn es darum geht, einen erotischen Zusammenhang herzustellen.

Zum ersten Mal beschrieben wurde das Wasserbett von einem Science-Fiction-Autor. Robert A. Heinlein, einer der größten seiner Zunft - Hollywood hat u.a. seine „Starship Troopers“ erfolgreich verfilmt - führte Wasserbetten in seinen Romanen „Fremder in einer fremden Welt“ (1961) und „Ein Doppelleben im Kosmos“ (1956) so präzise ein, dass das US-Patentamt ihm die geistige Urheberschaft für das Wasserbett zusprach. Im Zuge der sexuellen Revolution von 1968 - Wasserbetten waren inzwischen von der Science-Fiction-Idee zur realen Ware avanciert - eroberten die neuen Betten viele Schlafzimmer der progressiven Mittelschicht.



1973 setzte Hollywood das Wasserbett zum ersten Mal im Film ein - wie kaum anders zu erwarten, in einer Sex-Komödie. „The Cheerleaders“ heißt der Streifen, in dem die Titelheldinnen das gegnerische Team in der Nacht vor dem Spiel entscheidend schwächen wollen. Romantischer, die Zeiten ändern sich eben, geht es in Gene Wilders Romanze „Woman in Red“ elf Jahre später zu. Die Signalfarbe Rot kombiniert mit einem Wasserbett wird als unschlagbare Verbindung eingeführt.

Aber nicht nur Sex wird mit Wasserbetten eingeläutet. Auch die moderne Welt als Ganzes wird gerne durch ein Wasserbett symbolisiert, so beispielsweise in Tim Burtons großartigem Film „Edward mit den Schwerenhänden“. Johnny Depp, der als Titelheld lange außerhalb der Zeiten gelebt hat, wird mit einem Wasserbett konfrontiert und scheitert. Wasserbetten sind eben nichts für verschlafene Hinterwäldler, und sehen sie noch so gut aus, sondern für energische Menschen, die mit der Zeit gehen. Aber auch umgekehrt funktioniert das Spiel mit der Symbolkraft von Wasserbetten. In Alexander Paynes Roadmovie „About Schmidt“ muss Jack Nicholson als trauriger Rentner erkennen, dass wohl so einiges an Neuerungen an ihm vorbei gegangen ist, und zwar nicht nur das Wasserbett, aber auch.

Wasserbetten stehen in Filmen oft für coolen Lifestyle - so auch in „From Dusk Till Dawn“ von Robert Rodriguez. Quentin Tarantino und George Clooney nähern sich hier einem Motel, in dem sie übernachten wollen und Tarantino fällt angesichts der schäbigen Bude nur eins ein: „Hoffentlich haben die wenigstens Wasserbetten.“

Die vielleicht schärfste Filmszene mit einem Wasserbett kommt in Tony Scotts Meisterwerk „True Romance“ vor. Wenn Patricia Arquette sich im Hotel auf einem Wasserbett räkelt und ihrem von Christian Slater gespielten Freund ankündigt, dass sie heute nichts weiter zu tun gedenkt als sich Pornos auf eben diesem Wasserbett anzusehen, hat sie ihn, und damit wohl auch viele Zuschauer, ein für alle Mal erobert.

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Wasserbetten im Film
19.06.2010 - 18:51 Uhr