Was kann Mesamoll?

Bild 1 - Copyright: Lanxess
Bild 1 - Copyright: Lanxess

Interview mit Dr. Thomas Facklam, Leiter Technisches Marketing Polymere Additive in der Business Unit Functional Chemicals bei dem Spezialchemie-Konzern Lanxess zum Thema Mesamoll in Wasserbetten

Wasserbetten News: Mesamoll ist in der Wasserbetten-Industrie zum wichtigen Verkaufsargument geworden. Welches sind die entscheidenden Vorteile des Lanxess-Produkts gegenüber anderen Weichmachern?

Facklam: Phenol-Alkylsulfonat-Weichmacher, wie sie von Lanxess unter dem Namen Mesamoll vertrieben werden, besitzen im Bereich der Wasserbettenindustrie vor allem zwei große Vorteile: Sie sind deutlich verseifungsbeständiger als Phthalate (siehe Bild1) und erlauben die Herstellung von Folien, die hervorragend hochfrequenzverschweißbar sind. Die besonders gute Verseifungsbeständigkeit des Additivs macht PVC-Erzeugnisse langlebiger und qualitativ hochwertige Schweißnähte, wie sie bei einer Folie mit Mesamoll möglich sind, minimieren die Gefahr des Wasseraustritts durch Undichtigkeit. Beides ist in einer Vinyl-Folie, die über ihre komplette Lebensdauer einem warmen wässrigen Medium ausgesetzt ist, von besonderem Belang.

Wasserbetten News: Wie wirkt sich der Einsatz von Mesamoll bei der Fertigung von Wasserbetten aus?

Facklam: In der kunststoffverarbeitenden Industrie wirkt sich Mesamoll besonders vorteilhaft aus, da es schneller geliert als Standard-Weichmacher. Dadurch können Produktions- und Verarbeitungszeiten deutlich verkürzt und Fertigungskosten gesenkt werden. Des Weiteren haben mit Mesamoll hergestellte Produkte eine hervorragende Bewitterungsbeständigkeit und lassen sich sehr gut bedrucken. Seine Hydrolysebeständigkeit stellt Mesamoll in Bewitterungstests unter Beweis. Während mit DEHP plastifizierte PVC-Folien bei fünfjährigen Freiluftbewitterungsversuchen und Florida-Bewitterungstests nach wenigen Jahren deutliche Abfälle in Zugfestigkeit und Bruchdehnung hinnehmen mussten, die auf Herauslösung des Weichmachers zurückzuführen sind, blieben die Eigenschaften von Folien auf Basis von Mesamoll lange auf konstant hohem Niveau.

Wasserbetten News: Können Sie Vergleichszahlen nennen?

Facklam: Zugfestigkeit und Bruchdehnung von PVC-Folien, die mit dem preiswerten Standardweichmacher DEHP elastifiziert wurden, fallen schon nach zwei Jahren Freibewitterung im Nordseeklima deutlich ab. Nach fünf Jahren liegen sie nur noch bei etwa zwei Drittel der ursprünglichen Werte, während sie bei Folien mit Mesamoll nahezu auf dem ursprünglichen Niveau verbleiben. Nach fünf Jahren im Floridaklima erreichen Prüfkörper mit DEHP nur noch 47% ihrer ursprünglichen Bruchdehungswerte, während mit Mesamoll noch 83% des Ausgangsniveaus zu messen sind.

Wasserbetten News: Welche Folgen hat das für die Wassermatratzen?

Facklam: Mikroskopaufnahmen, die von bewitterten und neuwertigen PVC-Folien angefertigt wurden, zeigen: Während mit Phenol-Alkylsulfonsäure weichgemachte Proben über Jahre eine glatte Oberfläche behielten, zeigten unter anderem aus DEHP bestehende Folien unter dem Mikroskop durch den schleichenden Weichmacherverlust bald eine zerklüftete Struktur mit „Inseln“, in denen lediglich PVC und feste Rezepturbestandteile nachzuweisen sind (siehe Bild2). Der bei Standard-Weichmachern zu beobachtende, durch Hydrolyse oder Auswaschung bzw. Ausdünstung bedingte Materialverlust kann Wasserbettenfolien mit der Zeit um bis zu zehn Prozent schrumpfen lassen, wobei natürlich gleichzeitig die Sprödigkeit der Membran zu- und ihre Elastizität und Dehnungseigenschaften abnehmen.

Bild 2 - Mikroskopaufnahmen
Bild 2 - Mikroskopaufnahmen

Facklam: Mikroskopaufnahmen, die von bewitterten und neuwertigen PVC-Folien angefertigt wurden, zeigen: Während mit Phenol-Alkylsulfonsäure weichgemachte Proben über Jahre eine glatte Oberfläche behielten, zeigten unter anderem aus DEHP bestehende Folien unter dem Mikroskop durch den schleichenden Weichmacherverlust bald eine zerklüftete Struktur mit „Inseln“, in denen lediglich PVC und feste Rezepturbestandteile nachzuweisen sind (siehe Bild2). Der bei Standard-Weichmachern zu beobachtende, durch Hydrolyse oder Auswaschung bzw. Ausdünstung bedingte Materialverlust kann Wasserbettenfolien mit der Zeit um bis zu zehn Prozent schrumpfen lassen, wobei natürlich gleichzeitig die Sprödigkeit der Membran zu- und ihre Elastizität und Dehnungseigenschaften abnehmen.

Wasserbetten News: Wird das von der FDA zugelassene Mesamoll II auch in Wasserbetten eingesetzt?

Facklam: Ja, Mesamoll II wird in Wasserbetten wegen der guten technischen Eigenschaften eingesetzt – auch schon vor Erhalt der FDA-Zulassung in 2007! Die Zulassung der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration) bezieht sich auf den Einsatz von Mesamoll II in Produkten, die mit wässrigen Lebensmitteln in Kontakt kommen.



Wasserbetten News: Wie hoch ist der Marktanteil von Mesamoll bei in Deutschland vertriebenen Wasserbetten?

Facklam: Lanxess hat Handelsprodukt-Lizenzvereinbarungen mit Herstellern wie beispielsweise Akva Waterbeds A/S in Dänemark, Bodyrelax Wasserbetten DaSun GmbH in Deutschland und Profine Bedsystemen NV in Belgien. Über den Marktanteil dieser Hersteller liegt uns keine Studie vor.

Wasserbetten-News
Was kann Mesamoll?
12.09.2008 - 20:36 Uhr