Veränderung im Handel durch Internet


Der zunehmende Internet-Handel mit Wasserbetten gewinnt Einfluss auf die Marktsituation der Branche. Trotz vorhandener Schattenseiten wird die Entwicklung im Einzelhandel positiv aufgenommen - zumal Preissenkungen das Wasserbett auch für Menschen mit geringerem Einkommen erschwinglich gemacht haben.

Das dass Internet ein Erfolgsmedium ist, welches das Leben der Menschen in den vergangenen Jahren nachhaltig verändert hat, braucht kaum noch erwähnt zu werden. Zu diesen Veränderungen gehört auch das Konsumverhalten aufgrund der durch den Onlinehandel gestiegenen Möglichkeiten und dem vereinfachten und schnellen Zugriff auf Informationen. Auch Nischenmärkte wie der Handel mit Wasserbetten bleiben hiervon nicht unbeeinflusst. Waren Wasserbetten über lange Zeit eher ein Luxusgut für gut Betuchte, halten sie nun auch in den Schlafzimmern der Mittel- und Arbeiterschicht Einzug, was zum Teil auf die veränderte Konkurrenzsituation im Handel zurückzuführen ist.

Während man Wasserbetten früher ausschließlich im stationären Handel erwerben konnte, gibt es heute kaum noch ein Studio, das auf einen Internetauftritt verzichtet. „Ohne Internetseite geht heute gar nichts mehr“, sagt Steffen Nitschke (Wasserbetten-Store). Reine Onlinehändler hätten es aber sehr schwer, da letztendlich ein Ladengeschäft mit direkter Beratung vertrauenerweckender sei. Dieser Ansicht ist auch Jens Büchel (Wasserbetten Büchel), der zu den ersten in der Branche gehörte, die das Internet als Verkaufsplattform nutzten. Kaum ein Kunde kaufe aber direkt online. „Die Menschen nutzen das Netz als Informationsquelle und zur Händlersuche. Oft nehmen Kunden weite Strecken auf sich, um nach der Onlinerecherche im Studio ihrer Wahl intensiv beraten zu werden und die Betten zu begutachten.“ Aber nicht nur Händlerinfos und die Wahl des günstigsten Händlers habe der Interessent im Internet - neben dem Preisvergleich werden laut Büchel auch Vorurteile abgebaut. Der Kunde erfährt vorab beispielsweise viel über die Gesundheitswirkung des Schlafens auf einem Wasserbett. Eine Rolle bei der Preisentwicklung spiele auch die Überproduktion von Markenherstellern, die es Händlern ermögliche, unter eigenen Namen Qualitätsprodukte zu niedrigeren Preisen anzubieten. Büchel: „Das ist vergleichbar mit Lebensmitteldiscountern, die ebenfalls von der Überproduktion profitieren, Markenprodukte unter eigenen Namen anbieten und so die gefallenen Preise an den Kunden weitergeben.“

Willi Henke (Wasserbetten-Versand 2000) hat andere Erfahrungen gemacht und schätzt die Lage pessimistischer ein. „Zur Zeit stagniert der Umsatz. Vielleicht ist das eine allgemeine Tendenz des Marktes, aber meiner Ansicht nach hat das Internet viel kaputt gemacht.“ Er sieht diejenigen Anbieter - die häufig auch in Onlineauktionshäusern wie Ebay präsent sind - als Problem, die in Asien eingekaufte Billigware als Markenartikel zu Schleuderpreisen anbieten und die Kunden teils bewusst täuschen würden. Beispielsweise gäben sie an, dass das Wasserbett den Weichmacher Mesamoll enthalte. Statt in der Matratze, wie der Kunde glaube, sei dieser aber lediglich in der Thermotrennwand enthalten.

Jens Büchel hingegen sieht bei den Billighändlern Umsatzeinbrüche, da das Gros der Kunden verstanden habe, welcher Händler als seriös einzuschätzen sei und welcher nicht. Ein Blick in die Foren von Ebay bestätigt dies. Zahlreiche Klagen über unseriöse und unzuverlässige reine Onlinehändler führen dazu, dass potentielle Käufer zwar online Informationen einholen, den Kauf aber im stationären Handel bei persönlicher Beratung abwickeln - und dabei von der Vororientierung profitieren. Viele reine Onlinehändler mit teils zweifelhaften Methoden hätten am Markt nicht lange überleben können, bestätigt auch Nitschke.

Daniel Blattgerste (Aqua Comfort) differenziert den derzeitigen Markt in den niedrigpreisigen Do-It-Youself-Bereich und den Bereich hochwertiger Markenprodukte, die sich beide die Waage halten und dem Kunden zusätzliche Wahlmöglichkeiten in unterschiedlichen Preissegmenten bieten. Die Popularitätssteigerung des Wasserbettes durch die Onlinepräsenz betrachtet er positiv. „Es entsteht dadurch ein Schneeballeffekt zufriedener Kunden. Händler, die auf einen Webauftritt verzichten gehen nicht mit der Zeit. Es gibt eine konservative Ausrichtung unter den Händlern, die sich gegen Neuerungen sträubt. Für uns ist das Internet eines von vielen Medien, um mit dem Kunden zu kommunizieren.“



Durch die höhere Verbreitung des Produktes, die das neue Medium mit sich brachte, sowie die gestiegenen Kommunikationsmöglichkeiten, konnten folglich sowohl Händler als auch Kunden nachhaltig profitieren.

Wasserbetten-News
Wasserbetten aus dem Onlineshop
09.09.2008 - 17:07 Uhr