Senioren-Wohnlandschaften in Köln

Ideal House von Zaha Hadid
Ideal House von Zaha Hadid

Die größte Möbelmesse der Welt, die IMM Cologne, war für viele große Medien ein Thema. „Spiegel Online“ sieht eine Trendwende hin zum „Wellness-Wohnen“, „Vanity Fair“ aus den U.S.A. kritisiert das Ideal House der Star-Architektin Zaha Hadid als „Traumlandschaft großartiger Unbewohnbarkeit“ und für die „Süddeutsche Zeitung“ richtet die IMM „die überalterte Sofa-Gesellschaft“ ein.

„Spiegel“ und „SZ“ sind sich darin einig, dass die Demographie auch die Wohnungseinrichtungen radikal verändern wird. Deutschland hat immer mehr ältere Menschen und die Möbelbranche richtet sich darauf ein - seit neuestem gibt es auch ein Seniorenbett mit Wasser-Technik, entwickelt von dem Paderborner Wasserbetten-Hersteller Aqua Comfort. Grundsätzlich bleibt jedoch erst einmal festzuhalten: „Die Deutschen sind Weltmeister im Einrichten“, weiß „Spiegel Online“ (17.1.2007) und folgert: „Damit sie das auch bleiben, setzen die Möbelhersteller entsprechend der demographischen Entwicklung auf altersgerechtes Design.“ Zum Beispiel mit „intelligenten Matratzen“ und „großen, gediegenen Holztischen“. Das Fazit des „Spiegel“: „Wellness-Wohnen, zwischen Kochen, Verzehr und Gymnastik, schickt sich an, die Soziologie des Zimmers nachhaltig umzubauen.“

In die gleiche Kerbe schlägt die „Süddeutsche Zeitung“ wenn sie über die IMM 2007 schreibt: „Die Möbelmesse bildet insofern auch eine zunehmend horizontal Senioren-Gesellschaft ab, für die das Ruhen und Sitzen, das Schlafen und Dösen offenbar immer wichtiger wird.“ Die renommierte US-Zeitschrift „Vanity Fair“ stellt das „Ideal House“ von Zaha Hadid in den Vordergrund und fragt sich, wie die Menschen wohl zukünftig wohnen werden. „In kurvenreichen, glanzvoll schimmernden, Höhlen-artigen Häusern“, gibt das Magazin angesichts von Hadids extrem ästhetisierter Wohn-Vision die Antwort gleich selbst.

In übertragenem Sinn sind Höhlen auch für das Münchner Magazin „Focus“ das Stichwort der IMM 2007 - im Sinn eines Rückzugs ins kuschelige Private: „Wellness heißt ein Zauberwort, das in diesem Jahr die Möbelproduktion beflügelt hat. Aus Sofas werden da Massagebänke, aus Sesseln Meditationsflächen und aus Betten Schaukel-Schiffe, die den geplagten Großstädter den Stress abschütteln lassen.“



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16.02.2007 - 14:27 Uhr