2011 scheint ein gutes Jahr für Fachmessen zu sein: Die IMM Cologne erzielte beachtliche Zuwächse sowohl bei den Ausstellern als auch beim Publikum - und auch die Frankfurter Heimtextil konnte ein, wenn auch kleines, Plus verbuchen. Auch in Frankfurt ist der Grundtenor höchst positiv: Die Aussteller blicken zuversichtlich in die Zukunft.
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Sowohl die Leitung der Frankfurter Messe, die Fachverbände der Textilienindustrie, die Aussteller als auch die Besucher bewerteten die Heimtextil in 2011 deutlich positiver als im Vorjahr. Die Erwartung des konjunkturellen Aufschwungs beförderte offenbar auch wieder die Lust, neue Ideen auszutauschen und Geschäfte abzuschließen. Zumindest was die Stimmung betrifft, scheint die Wirtschaftskrise vorbei zu sein. Das zeigte sich auch in der inhaltlichen Ausrichtung: Die viertägige Messe war geprägt von neuen Labels, Innovationen in der Herstellungs- und Verarbeitungstechnik, sowie im Design, und auch hier war - ebenso wie auf dem IMM in Köln - ein Trend in Richtung Ökologie und Nachhaltigkeit erkennbar. Begleitet wurde dies mit dem erstmal erschienenen sachbezogenen Messeführer "Green Directory".
Gut 800 Bettenfachhändler ließen sich für das Schwerpunktprogramm "Bed n’ Excellence" begeistern, das eine besondere Betreuung für Brancheninsider beinhaltete und sicherlich seinen Teil zu den leicht gestiegenen Besucherzahlen beitrug. In der Sleep Factory wurden von insgesamt sechs Herstellern, darunter auch ITW Wasserbetten und Rako Bedding, Matratzen- und Bettneuheiten präsentiert.
Allein 430 Aussteller widmeten sich der Bettwäsche, die damit einen nicht zu unterschätzenden Anteil der Messe ausmacht (fast 17%). Dabei ist eine recht überraschende Entwicklung zu entdecken: Immer mehr auch deutsche Paare wollen einander nachts näher sein und steigern dadurch die Nachfrage nach übergroßen Bettdecken für zwei. Modelle bis zu einer Breite von über zweieinhalb Metern seien heutzutage nicht mehr ungewöhnlich. Scheinbar kehrt ein klein wenig französische Lebensart in deutsche Schlafzimmer ein. Auch die Materialien seien den bewussten Konsumenten von heute wichtig: Das Label "Bio" erfreut sich wachsender Beliebtheit, immer mehr Menschen fragen einerseits, wie gesund es ist, unter diesem oder jenem Stoff zu schlafen, und interessieren sich zudem für Herkunft und Herstellungsweise des verwendeten Materials.
Die Frage, die sich stellt ist, ob es sich hier wirklich um ein ökologisches Bewusstsein handelt oder bloß um ein Kokettieren damit seitens derer, die finanziell besser ausgestattet sind. Denn besonders nachhaltige, "grüne" Stoffe (die auch gern mal aus Baumrinde bestehen dürfen), sind eher nicht im unteren Preissegment zu finden. Ähnliches ist auch auf der IMM Cologne 2011 zu beobachten gewesen, wo einige hochpreisige Anbieter mitunter recht aufdringlich mit ihrer behaupteten Nachhaltigkeit warben.
Autor: Gerrit Wustmann
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