Von innovativ bis gemütlich: das Wasserbett auf der IMM
Auch im Jahr 2012 ist die Wasserbettenbranche auf der Internationalen Möbelmesse IMM Cologne breit vertreten, mit Traumreiter ist sogar ein „Newcomer“ erstmals dabei. Die Stimmung in der Branche ist gut, von der Wirtschaftskrise ist nichts zu spüren. Die Stände werden von Händlern und anderen Messegästen beständig frequentiert, die Zeichen stehen auf Wachstum, und die Hersteller haben Interessantes zu bieten.
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Lars Brunso, Geschäftsführer von Akva Waterbeds aus dem dänischen Ry, ist gut gelaunt. Erst 2011 hat sein Unternehmen dreißigjähriges Jubiläum gefeiert. 2012 stellt Akva nicht nur das von Per Weiss designte Bett „Mira“ erneut vor, ergänzt um ein neues Soundsystem, sondern auch das neue „Boxbed“, ein Wasserbett in Boxspring-Optik. Brunso trägt so dem andauerndem Hype um die Boxspringbetten Rechnung. Aber er ist nicht der einzige. Auch seine Mitbewerber WaCore (ebenfalls Dänemark) und Traumreiter (Paderborn) setzen auf diesen Trend.
WaCore stellt neben seinen eigenen Produktlinien ein Mermaid-Bett aus. Die Dänen hatten das Label erst im Herbst 2011 von Jorck & Larsen gekauft, die ihre komplette Wasserbettensparte abgestoßen haben. Mermaid ist seit Jahren auf der IMM Cologne vertreten und wagt nun mit WaCore einen Neustart.
Zum ersten Mal hingegen ist Alexander Heuwinkel mit seinem Label Traumreiter dabei. Am Messestand gibt er nicht nur mittels eines durchsichtigen und bunt illuminierten Bettes Einblick ins Innenleben seiner Wassermatratzen, sondern stellt auch die in Kooperation mit SympaTex entwickelte Isolit-Technologie vor. Diese soll den Energieverbrauch spürbar senken und sogar die bislang üblichen Vliese aus Polyester ablösen. Der amerikanische Wasserbett-Veteran Roland Formica will die Betten in den USA an den Mann bringen.
Ganz auf Gemütlichkeit setzt nach wie vor Wohnform. Das Ehepaar Ludwig präsentiert sich auf einem wie immer rundum gelungenen, sehr heimeligen Stand, der auf Behaglichkeit und Wohlfühl-Optik setzt und sich damit von der oft kalt wirkenden Atmosphäre anderer Stände unterscheidet, die den Fokus auf Technik und Innovation legen. Direkt daneben findet sich T.B.D., Hersteller der etablierten Carbon Heater. Die Brüder Zajac geben sich 2012 bescheiden und stellen dasselbe Programm wie im Vorjahr aus. Es muss ja nicht immer etwas Neues sein. Bewährte Qualitätsprodukte kann man auch mehrmals vorzeigen. Das hat man sich offenbar auch bei ITW und ESP gedacht, ebenso bei Meisel & Gerken: Große Innovationen sind nicht auszumachen, dafür viel Bewährtes. Mit dem eiförmigen Wellness-Klangwasserbett hat ITW denselben Hingucker am Stand wie schon 2011, die anderen beiden präsentieren sich gewohnt konservativ. Optisch edel kommt hingegen der Stand von Profine daher, der neben Wasserbetten auch Boxspringbetten zeigt. Die Mischung ist an sich keine schlechte Idee. Während Boxspring mehr und mehr boomt und viele auf den Erfolgszug aufspringen wollen, dümpelt das Wasserbett weiterhin bei winzigen Marktanteilen. Doch trotz dieser Tatsache ist die gute Stimmung der Hersteller nicht zu übersehen. Die meisten der Stände können sich vor Publikum kaum retten. Die Geschäfte laufen gut. Die Zeichen stehen auf Wachstum. Wirtschaftskrise ist anderswo.
Autor: Gerrit Wustmann
Foto: Koelnmesse GmbH