PVC-Folien: der Kunststoff in seiner chemischen Zusammensetzung. Seite 2.2
Hart-PVC ist gegen Wasser, Säuren, Laugen, Alkohole, Benzine u. Öle beständig. Viele Lösungsmittel. (Benzol, Treibstoff-Gemische) wirken jedoch quellend. Zusätze von Weichmachern (Dioctylphthalate u.a. Phthalate , Adipate u. Phosphate) verringern die Chemikalien-Beständigkeit; dieser Effekt tritt weniger stark bei Verwendung von Polymer-Weichmachern auf.
Allgemein werden zunehmend Weichmacher mit geringer Flüchtigkeit eingesetzt (Lit. ), um dessen evtl. Migration vorzubeugen. PVC brennt in der Flamme, erlischt jedoch nach Entfernen der Zündquelle; Weich-PVC kann allerdings weiterbrennen. Die Flamme ist bei Anwesenheit von Kupfer (Beilstein-Test) grün-gesäumt. PVC ist thermisch nicht besonders stabil, wie sich z.B. mit Hilfe der Differentialthermoanalyse zeigen läßt. Auch Alterungs- u. Witterungseinflüsse (Best. s. Lit. ) können sich ungünstig bemerkbar machen, weshalb man Stabilisatoren zusetzt, die den bei thermischer Zerstörung freiwerdenden Chlorwasserstoff binden u. gleichzeitig als Antioxidantien wirken; als Stabilisatoren eignen sich anorganische Schwermetall-Salze, Metall-Seifen insbes. von Ba, Cd, Pb, Zn, Ca, ferner Dibutyl- u. Dioctylzinn-Verbindungen und epoxidiertes Sojaöl. Da bestimmte Einstellungen von PVC (z.B. glasklares PVC) auch gegen UV-Licht empfindlich sind, werden solchen Prod. UV-Absorber zugesetzt, z.B. Hydroxybenzophenone od. -benzotriazole. Andererseits kann man durch Zugabe polymerisierbarer Monomeren auch eine Strahlenvernetzung statt eines Abbaus erreichen (Lit. ). Als Pigmente für PVC-Produktion sind unter anderem verwendbar: Cadmiumsulfid, Eisenoxid, Chromoxidgrün, Titandioxid, Ruße, Phthalocyanin- und andere organische Pigmente, die meist als Farbpasten oder sogenannte Masterbatches zur Anwendung kommen. Außer Weichmacher, Stabilisatoren, Farbstoffen und Pigmenten können PVC-Mischungen noch eine Reihe von Zusatzstoffen enthalten, wie Treibmittel, Haftvermittler, Füllstoffe, Gleitmittel, Antistatika, Fungizide. Zum Nachw. einzelner Additive eignet sich die Dünnschichtchromatographie. Um die Schlagzähigkeit von Hart-PVC in der Kälte zu steigern, wird es mit Kautschuk, Acrylatkautschuk, MBS, ABS, EVA od. chloriertem Polyethylen modifiziert. Dabei muß beachtet werden, daß manche Kautschuke nicht UV-beständig sind. Zur besseren Verarbeitbarkeit u. Wärmeform-Beständigkeit können außerdem Polymere wie Poly(a-methylstyrol), MMA- u. Acrylat-haltige Copolymere, verschiedene Pfropfcopolymere etc. eingearbeitet werden.
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02.04.2007 - 11:50 Uhr