Übersicht unserer Gute-Nacht-Geschichten
Unsere Traum Geschichten sind ganz unterschiedlich - eines haben sie aber alle gemeinsam: Sie werden für einen anregenden Beginn einer guten Nacht sorgen. Unser Tipp: Ausdrucken und wie ein Buch mit ins Bett nehmen!
Das Erste Mal mit Gummibärchen
Du fühlst dich unsicher. Du sitzt auf ihrem Bett, einen Meter von ihr entfernt. Ihr seid noch vollständig angezogen. Zwischen euch auf der Bettdecke steht eine Schüssel mit Gummibärchen und ein Glas Salsa. Solche ungewöhnlichen Kombinationen bekommt man nur bei Frauen angeboten, denkst du. Der Fernseher läuft leise.
Die Nylonstrumpfhose
Am meisten stört mich der Tonfall, mit dem sie hier mit mir reden. Als wäre ich drei Jahre alt, oder 95. Ich stelle mich dann taub. Das fällt mir nicht schwer. Meine Zimmernachbarin starrt den ganzen Tag an die Wand. Sie ist eingeschnappt. Vorher wohnte sie in einer Villa, jetzt wohnt sie hier mit mir, so kann’s gehen.
Blaue Abende mit meinem Delphin
Pünktlich um sechs klingelte es an der Tür. Ich hatte schon auf sie gewartet, jeden Tag um fünf fing ich damit an, obwohl sie immer zur gleichen Zeit kam.
Indien ohne Rückfahrkarte
Ich habe mir damals die Wohnung mit Nestor geteilt, wir studierten beide an der Uni. Jeder hatte ein Zimmer für sich, das war auch besser so, denn bei Nestor gingen massenhaft Frauen ein und aus. Er war ein großer Typ mit vielen Muskeln, was soll man machen, wenn die Frauen darauf abfahren?
Liebe unter Tieren
Als Zeugen, meine ich. Im Beisein von Tieren. Die Gruselgeschichten aus meiner ahnungslosen frühen Jugend, wenn wir in Wuppertal in der Nähe der Schwebebahnhaltestelle Döppersberg in einem Trümmerkeller saßen und das Rauchen übten, an Schnürsenkeln, was nur funktionierte, wenn die Schnürsenkel wie eine Röhre gewebt waren, so dass man den Rauch durch das Loch in der Mitte einsaugen konnte ...
Coole Menschen haben Wasserbetten
Und ich sag‘s noch.
Vor ihrer Haustür. Als sie den Schlüssel aus der Tasche nimmt.
„Agnes, denk noch mal nach. Ist das klug, was wir hier machen?“
„Was heißt hier klug? Wir wollen es doch schön haben. Und ich will.“
„Bist du sicher, daß dein Mann in Frankreich ist?“
„Klar. Ich hab vorhin mit ihm telefoniert.“
„Hast du ihn angerufen, oder er dich?“
„Er mich. Wieso?“
„Nur so.“ ...
Schweinereien
Ein paar Kilometer hinter Plön an der B 76 liegt linkerhand ein unscheinbares Café und Restaurant, von dem ich mich jedes Mal, wenn ich vorüberfahre, frage, wer dort wohl anhält, um Kaffee zu trinken oder gar zu essen. Es ist ein roter Backsteinbau im Stil der kleinen Einfamilienhäuser mit Gemüsegarten und Hühnerstall, wie sie hier oben bis in die sechziger Jahre gebaut wurden, lediglich um einen wintergartenähnlichen Anbau erweitert. Aus den sechziger Jahren stammt auch meine Bekanntschaft ...
Lieben im Wasserbett
Wieso ich auf die Idee kam, Amélie zu erzählen, Lieben sei im Freien am schönsten und an rauschenden Wasserfällen ganz besonders, ist mir noch heute ein Rätsel. Lieben im Freien ist schön, doch nur, wenn, wie man so sagt, alles stimmt. Das Wetter, der Untergrund (piekst es? Ist er feucht?), die Abgelegenheit des Ortes (kann jemand vorbeikommen?), die Temperatur und natürlich die Stimmung. Es war auf unserer ersten Schottlandreise, wir hatten auf der Nordwestseite ...
Lieben im Freien
Auf meiner Fahrt durch die verschneite Auvergne über die neue A 89 zwischen Clermont Ferrand und Brive la Gaillarde, sehe ich links von mir im strahlenden Sonnenschein die schneebedeckten Berge des Cantal liegen. Als Vulkankegel sind sie sich alle ähnlich, und so ist es kein Wunder, dass eine der Spitzen mich an einen Berg erinnert, der aus der Entfernung die Form einer weiblichen Brust hatte, mit Warze und allem, der auch ganz offiziell Téton de Venus hieß und den ich damals mit Silke erklomm, auf unserer ersten Reise vor weiß Gott wie vielen Jahren, eine Wanderung übrigens, auf der sie sich die Füße wundlief, weil Jochen, mein hinterhältiger Rivale ...
Tanzunterricht
Als die Sommerakademie für zeitgenössischen Tanz nicht weit von unserem Dorf gegründet wurde, war ich Mitte zwanzig und konnte mich noch Hals über Kopf verlieben. Ich hatte bald den Choreographen der Gruppe identifiziert; das waren immer ganz besondere Typen: sorgenvolle und zerfurchte Gesichter von überirdischer Schönheit, mit dichten, langen Locken und einem harten Körper, den man sofort spüren wollte, von Kopf bis Fuß. Ich wollte auf ihm liegen, und er sollte auf mir liegen, und zwar Gesicht an Gesicht, Arm an Arm, Bauch an Bauch, bis zu den Zehen. Er hieß Meikel, und es war ...
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22.02.2007 - 19:39 Uhr