Lieben im Freien ein Gute-Nacht Literat

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Lieben im Freien


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Auf meiner Fahrt durch die verschneite Auvergne über die neue A 89 zwischen Clermont Ferrand und Brive la Gaillarde, sehe ich links von mir im strahlenden Sonnenschein die schneebedeckten Berge des Cantal liegen. Als Vulkankegel sind sie sich alle ähnlich, und so ist es kein Wunder, dass eine der Spitzen mich an einen Berg erinnert, der aus der Entfernung die Form einer weiblichen Brust hatte, mit Warze und allem, der auch ganz offiziell Téton de Venus hieß und den ich damals mit Silke erklomm, auf unserer ersten Reise vor weiß Gott wie vielen Jahren, eine Wanderung übrigens, auf der sie sich die Füße wundlief, weil Jochen, mein hinterhältiger Rivale um ihre Gunst, ihr einmal erzählt hatte, mit dem Wandern sei es bei mir nicht weit her, auf den Wanderungen, die er mit mir in Irland und Schottland gemacht habe, hätte ich immer schnell schlapp gemacht. Silke war also auf gemächliche Spaziergänge eingestellt und hatte nicht einmal ihre neuen Wanderstiefel eingelaufen. So hatte sie schließlich fußwund neben mir auf der grasbewachsenen Warze der Venusbrust gesessen und in die Runde geblickt, in der ähnliche, wenn auch nicht ganz so perfekt geformte Gipfel aufragten. Ungesucht stellte sich bei uns beiden die Erinnerung an Marcello Mastroianni in La dolce vita ein, als er auf dem Busen der riesig vergrößerten Anita Ekberg sitzt und panisch ruft: „Ich will hier runter! Ich will hier runter!“



Unser Filmtipp:
Tango
Der spanische Meisterregisseur Carlos Saura zeigt den Tango als getanzte Verführung, wie sie noch nie im Film zu sehen war. Unglaubliche Choreographien, großartige, farbenfrohe Kostüme machen diesen Tanzfilm zu einem Fest für die Augen. Und wer will, kann auf seinem DVD-Player die Zeitlupeneinstellung wählen und jeden einzelnen Tango-Schritt der professionellen Tänzer einstudieren. Mit etwas Geduld eignet sich der Film durchaus als Tanzunterricht.

Sonderseite: Tanzen


Wir wollten auch wieder runter, Silke allerdings wäre lieber geflogen als zu Fuß gelaufen, doch da sie über keinerlei Erfahrung als Engel verfügte und auch nicht einmal etwas Engelgleiches aufzuweisen hatte, was hätte angerechnet werden können, wurde es nichts mit dem Fliegen, es blieb ihr nichts anderes übrig als die Zähne zusammenzubeißen und sich die zwölf Kilometer hinunter ins Tal und zu unserem Auto zu quälen.



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