Lieben im Wasserbett - Die Gute-Nacht-Literatur auf Wasserbetten News - Seite 2
Schönheit konnte sich aber auch im Kleinen plötzlich auftun, ein Felsbrocken, eine Nische, Blumenpracht in einer Mulde, ein Wasserfall. Versteckt am Fuß des Wasserfalls ein kleiner See, umgeben von einer prachtvoll mit Gras und Blumen bestandenen Wiese, der frische Wind wehte hier unten in der Mulde nicht so ungestüm, aber dann und wann zogen auch hier feine Sprühregenschleier in unablässig wechselnden Regenbogenfarben vorüber, die der Wind vom stürzenden Wasser des vielleicht zehn Meter hohen Falls heranwehte. Noch ganz erfüllt vom Hochgefühl der eben erlebten Liebesfeier ließ ich mich dazu hinreißen – welcher Unersättlichkeitsteufel ritt mich da? -, Amélie eine Fortsetzung hier beim Wasserfall vorzuschlagen, und auf ihren noch scherzhaften Einwand, ob ich kein Ende finden könne, erwiderte ich, dass die Male, wo man es im Freien tue, ewig in der Erinnerung bleiben würden, zumal, wenn es wie hier an einem Wasserfall sei, mit dem Blick in regenbogenfarbene Gischt und fast windgeschützt auf dem Boden der Mulde. Ich ließ nicht locker, mein Glied regte sich schon energisch in Erwartung dieser neuen Herausforderung, und Amélie ergab sich nach einem prüfenden Griff an meine ausgebeulte Hose mit einem durchaus nicht resigniert gemeinten „na, wenn es denn sein muß“ in ihr Schicksal, das sie freilich mit mir teilte, und das vor den Genuß die Befreiung unserer unteren Hälften von Kleidungstücken mitsamt Wanderstiefeln setzte. Die Prozedur war im doch recht nassen Gras auf einem glucksenden Untergrund durchzuführen, aber von der hohen Erwartung des einmaligen und von mir als unvergesslich angekündigten Ereignisses beflügelt, schaffte Amélie es vor mir und bettete ihren hell leuchtenden Un-terleib auf meine ihr untergelegte unechte Barbourjacke.
Es wurde ein unvergessliches Erlebnis. Denn die Nässe an meinen Füßen und der plötzlich auch in der Mulde spürbare kühle Wind hatten eine brutal einschüchternde Wirkung auf meinen gerade noch frohgemut aufrechten Ständer, er zog sich erschrocken in sich selbst zurück und wurde zum Stümmelchen, wie man es unter Männern zwischen Daumen und Zeigefinger bemisst, um zu zeigen, wie kalt das Wasser ist. Amelie lachte lauthals und war nur sauer darüber, dass wir uns ausgezogen hatten für nichts und wieder nichts. An irgendwelche Manöver zur Aktivierung des Stümmelchens war nicht zu denken, denn meine unechte Barbourjacke ließ schon Wasser durch und Amélie hätte in einer Pfütze liegen müssen.
Lieben an einem Wasserfall wurde auf diese Weise vor der ersten richtigen Probe aus unserem Repertoire gestrichen, obwohl der weitere Verlauf der Reise noch zahlreiche Gelegenheiten zum Üben bot. Noch heute wundern sich Freunde manchmal, warum Amélie und ich – für jene völlig unmotiviert - plötzlich anfangen zu kichern, wenn die Rede auf Wasserfälle kommt. Wir teilen eben die Erinnerung an ein unvergessliches Erlebnis.