Coole Menschen haben Wasserbetten: ein Gute-Nacht Literat

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Coole Menschen haben Wasserbetten


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Zur Action.
Schauplatz: das Schlafzimmer. In der Tür steht Rambo Rammboss Amboss. Mit nicht mehr umwickeltem Handy. Und großen Augen. Auf dem Wasserbett liegen wir, seine Frau und ich. Aber ahnen noch nichts, schlafen den Schlaf der, nein, anders: ich schlafe den Schlaf des Gerechten, sie den der (durch Dellen im Kangoo) Gerächten. Wie das? Natürlich hatte ich nicht gekonnt. War doch wohl vorher klar. Weil es im fremden Ehebett war.
Genug. Genug.

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Eddie hat nicht angeklopft. Warum auch? War ja sein eigenes Schlafzimmer.

„Das kann doch nicht wahr sein! Ich hab’s ja geahnt.“
„Was denn nun?“
Agnes ist wach geworden und im Nu kommunikationsbereit. Aber Scherz beiseite. Auch ich bin plötzlich hellwach. Denke: Und ich sag‘s noch.
„Was heißt hier, was denn nun?“
„Entweder ist es nicht wahr, oder du hast es geahnt.“
„Was soll der Quatsch?“
„Warum bist du nicht in Frankreich? Du hast mich belogen, Kommst heimlich hier herein und ...“
„Ja, ich komm hier herein, und du liegst im Bett mit diesem Typen, diesem Kangoo-Fahrer, der nicht nur bei der Wahl seines Wagens Persönlichkeit zeigt, und ich komm hier rein, und du ... Sag mal, spinnst du?“.
„Wer spinnt hier wohl? Wer hat denn erzählt, er wäre in Frankreich. Du hast mich belogen. Aber Scheiße, Eddie, es tut mir leid. Das wollte ich wirklich nicht.“

„Was tut dir leid?“
„Na, daß du hier so ... empfangen wirst. Von uns, ich meine von mir. Und Meinhart.“

Eddie steht in der Tür und sieht uns an und weiß nichts mehr zu sagen. Vielleicht ist er jetzt gerührt? Dann starrt er sein Handy an, als überlegte er, wen er eben anrufen könnte. Hallo du, ja hier ist Eddie. Du, ich bin jetzt gerade in ... Und stell dir vor, als ich reinkomme ... Also ich melde mich von unterwegs noch mal. Oder Eddie überlegt, ob er die Mordverhinderungskommission anrufen soll. Nein, Eddie sucht in seinem Kopf nach dem Werbespruch der Telefonseelsorge mit der Nummer. Mir fällt sie auch gerade nicht ein, aber Deutschlands schlaue Nummer könnte ihm weiterhelfen, Information, give me Heaven, give me Jesus on the line. Aber was zerbrech ich mir Eddies Kopf. Vielleicht sollte ich mich darauf besinnen, daß Mobilität Ausdruck des individuellen Lebensstils eines Renaultfahrers ist, und mich von dem fleckenlos gebliebenen schwarzen Laken des Wasserbetts erheben. Meine Sachen liegen ordentlich auf einem Stuhl am Fenster, nicht gerade ein Indiz für ein leidenschaftliches Vorspiel, falls Eddie das trösten könnte. In meinem Zimmer an der Uni sieht es immer wesentlich wüster aus, aber da ist anderseits auch kein Platz, um sich ordentlich auszuziehen.



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