Kampfzone Indien - Gute-Nacht-Literatur auf Wasserbetten News - Seite 1
Sommer 2005, ich sitze zusammen mit Freunden und Bekannten im Flieger nach Mumbai, um von dort an die Traumküste von Goa weiter zu reisen.
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Alle haben Bücher dabei, nur ich nicht! Eigentlich hatte ich mir vorgenommen im Urlaub PHP, eine Programmiersprache zur Webseiten-Programmierung, zu erlernen. Neben mir sitzt Anna, eine Gymnasialschullehrerin, hinter mir Clemens, IT-System-Betreuer, und Arne, Journalist. Es herrscht eine allgemein gute Stimmung. In Mumbai warten Vicky, Germanistin, die Frau von Arne, die ich ebenfalls zu meinen Freunden zähle, und Mira, eine Freundin von Vicky. Wir werden den 10-tägigen Urlaub zum größten Teil zusammen verbringen.
Noch deutet nichts darauf hin, dass sich in meinem Leben etwas ändern wird. Doch es wird!
Und nun zu dem, was mir wichtig erscheint.
Wir liegen am Strand von Goa. Ich habe von Clemens gerade das Buch „Die Ausweitung der Kampfzone erhalten“ Ich lese bis Seite 18 und lege es beiseite. Was soll der Mist? Destruktiv und nichts, was ich nicht schon wüsste. Diese Meinung teile ich abends den Gefährten mit, die sich über meine Haltung wundern. Vicky lacht mich aus, als ich ihr sage, dass der Autor da hin wolle, wo ich schon vor sehr langer Zeit gewesen bin.
Ich gebe das Buch weiter an Anna. In zwei Tagen hat Sie es gelesen und findet es ebenfalls recht ordentlich, um nicht zu sagen „gut“. Ich beschließe, das Buch zu lesen, um gepflegt darüber ablästern zu können. Außerdem habe ich Annas Art sehr lieb gewonnen. Sie ist die einzige in unserer Gruppe die mir fünf oder auch zehn Minuten zuhören kann, um mich dann mit nur einem Satz in Frage zu stellen. Vielleicht, hoffe ich, hört Sie mir nicht nur deshalb zu, weil es Ihr Charakter ist, sondern aus echtem Interesse an meinen Gedanken. Bei unseren Gesprächen ist mir dies aber völlig egal, ich genieße es, dass es einen Menschen gibt, der mir aufmerksam zuhört und mir so antworten kann, dass ich gezwungen bin, zu reflektieren.
Meine Freundin Eva ist mit einer Freundin an einem anderen Strand. Sie werden am Mittwoch mit einem Leihwagen für eine Nacht zu uns stoßen. Ich werde mit ihr schlafen und, danach werden wir ein paar Worte wechseln, wir werden uns küssen und wieder trennen.
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Autor: Michael Babilinski |