Messebericht zur IMM Cologne 2010

Trends der Schwerpunktausstellung „imm sleep“: Umwelt und Gesundheit


IMM Cologne 2010: Luxus, Umwelt und Gesundheit

DaydreamIm Jahr 2010 fand im Zuge der imm cologne in den Hallen der koelnmesse zum vierten Mal in Folge unter dem schlichten Titel „imm sleep“ eine Schwerpunktpräsentation rund ums Schlafzimmer statt. Der im vergangenen Jahr konstatierte „Trend zum Konservativen“ setzt sich fort. Aber auch Gesundheit, Wellness und Nachhaltigkeit spielen eine Rolle. Schlafen Aktuell war für Sie vor Ort.


- Anzeige -

Während die CeBIT 2010 den schon im vergangenen Jahr beim Publikum gnadenlos gescheiterten Kunstbegriff „webciety“ weiterführt, hat man sich auch für die imm mächtig ins Zeug gelegt, um ultramodern zu klingen. Der dabei entstandene Begriff „Homing“ für das Einrichten des eigenen Wohnraums ist aber eher unfreiwillig komisch. Befremdlich dürfte er auf englische Muttersprachler wirken: „homing“ bedeutet wörtlich übersetzt „Zielsuche“ und ist ein feststehender militärischer Ausdruck für die Funktionalität von Fernlenkwaffen.

Verfolgt fühlte sich der Messebesucher in erster Linie von den mit Pomp und Glitzer inszenierten Werbebotschaften, die allenthalben auf ihn niederschlugen, und die man so zusammenfassen kann: Jeder einzelne Hersteller präsentiert das gesündeste und beste Bett. Da kann natürlich was nicht stimmen, aber Bescheidenheit war noch nie eine Marketingtugend. Der Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM) gibt sich zur Messe im Gegensatz dazu verhalten optimistisch. Im Zuge der Wirtschaftskrise brach der Branchenumsatz um fast 14% oder rund 1,2 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr ein. Der Einrichtungsmarkt wird aber weiterhin als elementares Geschäftsfeld vor allen in Deutschland gesehen. Verglichen mit anderen nachhaltigen (also in der Regel teuren) Gütern, die unter der Finanzkrise leiden, halten sich Möbel recht wacker. VDM-Hauptgeschäftsführer Dirk-Uwe Klaas führt das auf den steigenden Stellenwert des privaten Rückzugsraumes zurück.

AKVAWährend man bei der Deutschen Messe AG in Hannover trotz deutlich sinkender Hallenbelegung und wegbleibenden Spitzenausstellern krampfhaft auf der Bedeutung der Messe beharrt, gibt man sich in Köln realistischer und macht keinen Hehl aus dem Offensichtlichen: Zwar will man Leitmesse sein, gesteht aber zu, nur „eine der wichtigsten“ Einrichtungsmessen zu sein. Denn auch die imm dünnt aus – auch im Bettenbereich fehlten gleich mehrere große Namen. Ob das nun ökonomische Gründe hat, oder in der Bedeutung liegt, die man der Messe zubilligt, sei dahingestellt.

Neben der abstrakt-modernen Designorientierung, die sich auf der imm cologne 2010 in den Eventausstellungen Pure Village und D³ design talents niederschlägt, weisen die Trends einen Weg, der der Markteinschätzung entspricht: Der Stil der meisten Aussteller ist weiterhin konservativ-nüchtern, wenn auch zahlreiche elektronische Gimmicks, wie etwa bei Aquasurround, den Kunden zum Kauf eines Bettes mit Mehrwert animieren sollen. Die allgemeine Botschaft lautet: Ein Bett ist nicht nur ein Bett. Das Problem daran: Doch, ist es. All die besonderen Ideen, die präsentiert werden, gehen kaum über Spielereien hinaus, die man haben kann aber niemals haben muss. Entsprechend dünn sind die Argumente.

WohnformAuffällig ist die Vielzahl an Naturmaterialien wie Rosshaar, Massivholz oder gar Bambus. „Metallfreies Schlafen“, dafür werben gleich mehrere Hersteller wie etwa Relax aus Salzburg. Gesundes Schlafen auf umweltfreundlichen Betten gibt’s bei Pro Natura und Zweigraum. Gesundheit ist überhaupt der Trend schlechthin. Egal wie komisch eine Matratze, eine Unterfederung, ein Gimmick auch anmuten mag, es soll „gesund“ sein. An jeder Ecke wird gesunder Schlaf propagiert. Gesundheit und Häuslichkeit in modernem Ambiente, das scheint sich zu verkaufen.

Warum das Hochbett wieder „in“ ist, was Wasserbetten mit Solarstrom zu tun haben, und wie eine Aloe-Vera-Kur im Schlaf gelingt, das verrät Ihnen Schlafen Aktuell in einer Artikelserie zur imm cologne 2010:

Gerrit Wustmann