IMM Cologne 2012: Natürliche Materialien im Bett

Massivholz, Rosshaar, Schafswolle: Gesund schlafen


Natur und Nachhaltigkeit liegen im Trend

Matratzenquerschnitt bei VitalvoodNeben dem aktuellen Boxspring-Hype gibt es nach wie vor ein zweites wichtiges Thema auf der IMM Cologne 2012: Ökologie und Nachhaltigkeit. Dieses war bei der aktuellen Präsentation im Vergleich zu den Vorjahren allerdings schon ausgedünnt. Neben den „üblichen Verdächtigen“ gab es aber auch Newcomer zu bestaunen.


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Kaum zwei Jahre ist es her, dass nahezu jeder Bettenhersteller versuchte, sich selbst ein grünes Image zu verpassen. Heute versucht stattdessen jeder, auf den Boxspring-Hype aufzuspringen. Während das „grüne Image“ bei vielen damals kaum mehr als durchschaubares Marketing war, zeichnet sich 2012 mehr und mehr ab, wer es wirklich ernst meint mit ökologischer Verantwortung und Nachhaltigkeit.

2011 gewann Vitalwood aus Ungarn den Interior Innivation Award. 2012 hat das relativ junge Unternehmen nochmal nachgelegt. Die Bettfedern bestehen aus Massivholz, es werden überwiegend natürliche Materialien verwendet, und auch beim Ankauf der Rohmaterialien, deren Verarbeitung und dem Transport legt man großen Wert auf Nachhaltigkeit. Dieselbe Philosophie verfolgt der englische Boxspring-Hersteller Somnus aus Yorkshire, der die Materialien für seine handgefertigten Luxusbetten teils sogar auf einer eigenen Farm züchtet.

Bei Somnus fühlen was man kauftHier erfährt man, dass inzwischen auch bei den Kunden ein Umdenken stattfindet. Sie wollen nicht mehr bloß natürliche Rohstoffe als Grundlage ihrer Betten, sondern auch die ökologische Verträglichkeit der Herstellung und Produktionswege wird ihnen zunehmend wichtig. Das ist nur folgerichtig, denn wem nützt ein Bett aus umweltverträglichen Materialien, wenn die Rohstoffe durch überlange Transportwege den CO2-Ausstoß in die Höhe treiben?

Aber auch gesundheitliche Aspekte spielen eine Rolle. „Die Kunden in Österreich und der Schweiz achten sehr genau darauf, dass ihr Bett metallfrei ist“, sagt Gabor Vörös von Vitalwood. „Viel mehr noch als in Deutschland.“ Das kennen wir schon von ProNatura aus Österreich, wo ebenfalls ausschließlich natürliche Materialien für die Betten verwendet werden, dessen zweites Schlagwort „Ergonomie“ lautet. Das ist der dritte Trend: Betten, die sich immer perfekter dem Körper anpassen sollen. Auf die Angst vor Elktrosmog setzt wie gewohnt Relax und stellt auf der IMM Cologne 2012 wie schon in den Vorjahren das Bett mit Diamanten auf der Massivholz-Unterfederung vor, die angeblich positive Wirkung auf den Körper haben sollen (Matratzen und Lattenroste: Einfältige Vielfalt).

Rosshaarmanufaktur MoosburgerStark im Kommen ist Rosshaar, das bei fast allen genannten Herstellern verarbeitet wird. Im Jahr 2012 zum zweiten Mal auf der IMM mit dabei ist die Rosshaarmanufaktur Moosburger, die diesmal auch per Video Einblick in die beeindruckende und bodenständige Produktion ihrer Betten gibt. Mit ihren relativ harten Rosshaarmatratzen widersetzen sich Vater und Sohn Moosburger auf sympathische Weise dem Weichheits- und Ergonomiewahn. Obwohl sie mit ihren Betten nur eine kleine Marktnische bedienen, scheinen die Kunden sehr zufrieden zu sein. Woraus wir wieder mal lernen: „Das perfekte Bett“ existiert nicht, es kommt immer darauf an, worauf sich der individuelle Nutzer wohlfühlt.

Autor: Gerrit Wustmann