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"Seide ist der edelste Stoff, den es gibt", sagt Lei Zhang und fügt selbstbewusst hinzu: "Unsere Seide ist die hochwertigste." Zhang führt gemeinsam mit Uwe Mollidor die Seidenmanufaktur HZ Silk Manufacture. Unter dem Label Silk Couture vereinen sie Seidenbettwäsche, Bezüge und Decken aus chinesischer Maulbeerseide. Im Jahr 2013 ist das noch junge Unternehmen erstmals sowohl auf der Frankfurter Heimtex als auch auf der Kölner IMM vertreten – letztere ist ein Heimspiel – schon seit vielen Jahren betreibt Mollidor sein Fachgeschäft auf der Aachener Straße.
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Zhang ist Chinesin, hat in China und Deutschland Geschichte studiert. Mit Seide ist sie aufgewachsen. "In China ist Seide weit verbreitet, hier in Europa ist sie als Stoff für Bettwäsche noch immer eher unbekannt." Vor kaum drei Jahren, so erzählt sie, habe sie Mollidor kennen gelernt, der sich neugierig und aufgeschlossen gezeigt habe. Silk Couture ist eine deutsch-chinesische Kooperation, ein schönes Beispiel für Globalisierung im Kleinen.
Obwohl die große Auswahl an Bezügen optisch eher konservativ daherkommt, wirkt sie nicht altbacken. Gerade der Glanz und die oft dunklen Farben von Nachtblau bis Weinrot sehen so edel aus, wie die Seide sich anfühlt. Und Seide ist hier wirklich Seide: Sowohl Bettwäsche als auch Bettdecken bestehen zu hundert Prozent aus Maulbeerseide. Das spürt man bei der ersten Berührung. Der Stoff ist sehr glatt und sanft. "Das liegt daran, dass er eine ähnliche Struktur hat wie die menschliche Haut", erklärt Lei Zhang.
"Erst wenn im Frühling die Seidenraupe stirbt / sind auch vollendet ihre seidenen Strähnen" dichtete der chinesische Lyriker Li Shangyin. Ein langer Prozess, der nicht maschinell möglich ist, sondern auf traditionelle Handarbeit angewiesen ist. Die Züchtung der Raupen, die sich ausschließlich von den Blättern des Maulbeerbaums (daher Maulbeerseide) ernähren, ist eine hohe Kunst, die viel Geduld und Erfahrung erfordert. Die Fertigung findet nicht zuletzt deshalb komplett in China statt, in den Zentren der Branche Sichuan und Jiangsu: Dort, wo das Know-how beheimatet ist, das auf eine fünftausendjährige Tradition zurückblickt.
Die Eigenschaften des Stoffs sind von der Satinbettwäsche bekannt, die schon länger auch auf dem deutschen Markt präsent ist: Durch seine isolierende Wirkung kühlt er im Sommer und wärmt im Winter, ist aber sehr luftdurchlässig und kann viel Feuchtigkeit aufnehmen, so dass man weit weniger stark schwitzt als beispielsweise mit Baumwolle. Zudem ist die Seide partikelabweisend. Zhang: "Baumwolle muss viel öfter gewaschen werden, und bei jedem Waschgang bleiben auch chemische Rückstände des Waschmittels im Stoff. Bei Maulbeerseide genügt regelmäßiges kräftiges Ausschütteln und gelegentliches Waschen bei dreißig Grad."
Das Sortiment, bei dem selbst die Verpackung Wert auf ein hochwertiges und edles Image legt, ist umfangreich, im hauseigenen Atelier kann aber auch auf Sonderwünsche der Kunden eingegangen werden.
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Autor: Gerrit Wustmann |