Manchmal hilft bei gestörtem Schlaf nur eines: Raus aus dem Alltag und rein in die Stille, an Orte ohne Telefon- und Fernsehanschluss, an denen Handys verboten und Tageszeitungen tabu sind. Was für den überinformierten Zeitgenossen öde klingt, kann gestressten Müttern und schlaflosen Managern eine wichtige Auszeit bieten, in denen sie nicht nur ihren Schlaf verbessern, sondern auch lernen, ein Stückweit zu sich selbst zurückzufinden.
- Anzeige -
Nie zuvor in der Geschichte war der Mensch mit so vielen Hilfsmitteln zur Zeitersparnis ausgestattet. Von der Waschmaschine, über Auto, Bahn und Flugzeug bis hin zum elektronischen Terminverwalter besitzen wir alles und haben doch immer weniger Zeit. Das wirkt sich unter anderem auch auf den Schlaf aus: Heute schläft der Mensch durchschnittlich eine Stunde weniger als noch vor 100 Jahren. In dieser beschleunigten Zeit, in der Schlaf vielfach keinen besonders hohen Stellenwert hat, fühlen sich immer mehr Menschen überfordert und leiden unter einer Krankheit, die man in den USA „Hurry Sickness“, die Geschwindigkeitskrankheit nennt. Die typischen Symptome: Unaufmerksamkeit, Gereiztheit und Übermüdung.
Viele haben bereits erkannt, dass „ein immer schneller“ nicht selig, sondern krank macht. Verschiedene Wellnesstrends tragen dem Wunsch nach „Entschleunigung“ bereits Rechnung. Orte der Stille liegen daher immer mehr im Trend: Ob im Kloster, bei Qi Gong-Seminaren oder bei stiller Meditation am See – auch in Deutschland können Stressgeplagte auf die Suche nach sich selbst gehen und dabei nicht selten auch ihren gesunden Schlaf wieder finden.
Dass Menschen ganz unabhängig von ihrem Glauben ins Kloster gehen, um abseits von Stress und Alltag eine Auszeit zu nehmen, ist nichts Neues mehr. Relativ neu ist jedoch, dass einige Klöster und geistliche Häuser diesem Wunsch bewusst nachkommen und spezielle Programm für Wellness und Entspannung anbieten. Im Dominikanerinnen-Kloster Arenberg bei Koblenz zum Beispiel steht ein ganzheitliches Gesundheitskonzept im Mittelpunkt, das stark an den Ansatz von Pfarrer Sebastian Kneipp angelehnt ist und zum Ziel hat, das Gleichgewicht und die Harmonie zwischen Körper und Seele wieder herzustellen. Natürlich wird im Kloster des Wallfahrtsortes auch gebetet, es hängen Kreuze über den Betten und auf den Nachttischen liegt eine Bibel, trotzdem sind Menschen aller Konfessionen willkommen und niemand wird zum Besuch in der Kapelle oder Wallfahrtskirche genötigt. Weitere Informationen unter www.kloster-arenberg.de.
Das buchstäbliche Haus der Stille findet man 50 Kilometer östlich von Hamburg. Hier steht eines der ältesten buddhistischen Meditationszentren in Deutschland. Die Lage am Rande des Dorfes Roseburg zwischen Teichen und alten Laubbäumen bietet neben Stille die richtige Atmosphäre zur inneren Einkehr. Hier werden von ausgebildeten buddhistischen Lehrern Schweige- und Meditationsseminare gegeben sowie Vorträge zum Thema „Geduld“ oder „Achtsamkeit und Bewusstseinsklarheit“ gegeben. Weitere Informationen unter www.hausderstille.org.
Angenehm still ist es für unsere Ohren zum Beispiel auch unter Wasser. Gleichzeitig fühlen wir uns getragen vom natürlichen Auftrieb und können so alle Muskeln entspannen. Dieser natürlichen Vorteile bedient sich die Aqua-Wellness-Therapie, eine neu entwickelte Form der Körperarbeit in wohl temperiertem Wasser. In Bad Sulza in Thüringen taucht man ab, um alle Verspannungen und Sorgen restlos hinter sich zu lassen. Ein Trainer, der so genannte Aqua-Wellness-Bodyworker, hält, wiegt und führt den Teilnehmer unter Wasser zu sphärischen Klängen. Sanfte Dehn- und Streckübungen, Massagen, Atemarbeit und Gelenkmobilisation runden das Aqua-Wellness-Paket ab. Weiter Informationen unter www.aquawellness.com.
Angebote wie diese ermöglichen es, die Voraussetzung für erholsamen Schlaf wieder zu erlernen: Die Gedanken des Tages loszulassen und wirklich zu entspannen!