Istanbul – die Stadt auf sieben Hügeln, pulsierende multikulturelle Metropole auf zwei Kontinenten, die östliche und westliche Kultur in Einklang bringt. Direkt am historischen Galataturm, unweit von Bosporus und Goldenem Horn inmitten des In-Stadtteils Beyoglu, hat Erdogan Altindis sein Büro. Er leitet „Manzara Istanbul“. Manzara bedeutet Aussicht. Und Aussichten gibt es reichlich in den Ferienwohnungen, die Manzara Istanbul an Gäste aus aller Welt vermietet. Das Gespräch führte Schlafen-Aktuell-Redakteur Gerrit Wustmann.
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Schlafen Aktuell: Wie schläft man in Istanbul?
Erdogan Altindis: Das kommt darauf an, wo man ist. Die Ruhe muss man in Istanbul schon suchen. Man findet sie meist ein wenig außerhalb, am Bosporus oder am Wald. In einem Viertel wie Beyoglu, wo das Nachtleben tobt, ist das sehr schwierig. Gerade in der Gegend um den Galata-Turm. Es gibt hier keine Nachtruheverordnung, also feiern die Leute, so lange sie wollen. Trotzdem haben wir Wohnungen, die Aussicht mit Ruhe kombinieren und in denen man nichtmal ein Auto hört.
Schlafen Aktuell: Andererseits ist mir aufgefallen, dass sich die typischen Istanbuler Geräusche irgendwann in den Schlaf integrieren. Die Katzen, die Möwen, der Ruf des Muezzin, die Straßenhändler, das Rauschen und Brummen der Stadt… ich wohne in Deutschland sehr ruhig, und immer wenn ich aus Istanbul zurückkehre schlafe ich erstmal schlecht, weil diese vertraute Geräuschkulisse fehlt…
Erdogan Altindis: Ja, das kenne ich auch. Ich war kürzlich in der Schweiz, dort war es sehr sehr ruhig, und mir haben ebenfalls die Töne der Stadt gefehlt. Es kommt immer drauf an, was man sucht. In Istanbul kann man beides haben…
Schlafen Aktuell: Gibt es eine typisch türkische Art, sich zu betten?
Erdogan Altindis: In Anatolien, wo ich aufgewachsen bin, gibt es ein Konzept, das dem japanischen Futon ähnlich ist. Dort gibt es dann keine Betten im westlichen Sinne, sondern leichte Matratzen, die mit Schafswolle gefüllt sind. Tagsüber werden sie zusammengerollt und im Wandschrank verstaut und dann abends wieder auf den Boden gelegt. Das wird aber immer seltener und die Schlafkultur nähert sich der europäischen an.
Schlafen Aktuell: Wie entscheidest Du, welche Betten bzw. Matratzen Du bei Manzara verwendest?
Erdogan Altindis: Wir haben eine bewährte Matratze, die keine Markenmatratze ist. Darauf kommt oftmals eine Auflage, das kommt bei unseren Gästen gut an. Es muss nicht immer teurer Luxus auf Hotelniveau sein. Auch in der mittleren Preisklasse gibt es sehr ordentliche Betten. Ich selbst schlafe auf Federkernen ziemlich gut.
Schlafen Aktuell: Deine Wohnungen verfügen oft über eine grandiose Aussicht – gibt es auch Schlafzimmer mit „Manzara“?
Erdogan Altindis: Ja, die gibt es. In einer Wohnung, die ich konzipiert habe, schläft man auf einem warmen Stein, ähnlich wie in einem Hamam. Von dort aus kann man den Bosporus beobachten, der Anblick des fließenden Wassers ist sehr beruhigend, wie ein Wiegenlied. Die Aussicht ist, als würde man im Freien liegen. Andere Wohnungen haben zum Beispiel Oberlichter, so dass man in den Sternenhimmel blickt. Ich glaube generell, dass es nichts Besseres gibt, als mit einer faszinierenden Aussicht zu schlafen, zu leben. Das ist der Grundgedanke von Manzara Istanbul, der mich überhaupt erst zu diesem Projekt animiert hat.
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Autor & Bild: Gerrit Wustmann |