Boxspring muss nicht immer gutgehen, z.B. bei Schramm-Matratzen:
Die Matratzen von Schramm (hier: Mythos Härtegrad II) sind sicherlich handwerklich perfekt gemacht, aber sie kosten auch richtig Heu.
Viele werden wohl mit diesen Matratzen wunderbar klar kommen, aber wir haben leider nach der Einliegezeit Probleme bekommen, die wir vorher nicht hatten.
Für meine Frau (70kg) müsste der empfohlene Härtegrad 2 (50-75kg) eigentlich perfekt geeignet sein, aber sie hat im Laufe eines halben Jahres Schrammgenusses Schmerzen entlang der rechten Körperseite bekommen, wohl, weil sie hauptsächlich Rechtsseitenschläferin ist.
Ich (93kg), müsste eigentlich den für mich empfohlenen Härtegrad 4 (80-125kg) haben, kaufte aber dann doch genauso die angeblich weichere Zweier und komme zurzeit mit abwechselnden Schulterschmerzen links und rechts gerade mal so zurecht und dreh´ mich dann halt immer wieder.
Tatsächlich fußt das Schramm-System auf der uraltbekannten Federkernmatratze, mit Federn in Taschen, einzeln geheftet, ofenvergütet und damit auch von dauerhafter Stützkraft und entmagnetisiert, wer Bedenken wegen Erdstrahlen hat etc.
Die Anzahl der Federn soll dabei laut Boxspringbetten-Beschreibungen im Internet ein Qualitätsmerkmal sein und ab 500 pro Quadratmeter eine wirklich gute Matratze definieren. Eine Mythos hat 250 pro Quadratmeter, da die Federndurchmesser relativ groß sind (60mm) und bei einer Punktbelastung (Schultern seitlich) müssen mithin mehrere „Nachbar-Taschenfedern“ mit eingedrückt werden, da sie ja kraftschlüssig zusammengeheftet/zusammengenäht sind. Das Resultat ist ein, meinem Eindruck und meiner Schlussfolgerung nach, eben keine Punktelastizität, sondern ein zu geringes Nachgeben oder eine zu hohe Stützkraft an den prekären Stellen, obwohl im Schulter(und Bein-)bereich schwächere Federn eingearbeitet sein sollen. Man spürt interessanterweise auch so gut wie keinen Unterschied beim Liegen auf dem Rücken zwischen Härtegrad eins bis drei, wie wir nachträglich auch mit einer später im Geschäft vorhandenen Einser ausprobieren konnten! Härtegrad IV und V hatten wir nirgendwo probiert, „weil die für unsere Gewichtsklasse sowieso nicht in Frage kommen“, wie sich die Kaufberater ausdrückten.
Wir vermuteten sogar, dass wir aus Versehen Härtegrad 3 Matratzen geliefert bekommen hatten und haben das daher mit einem Vertreter der Firma Schramm in einer abwechselnden Liegeprobe im Blindversuch überprüft, wobei das Ganze nur recht improvisiert war. Unsere 1 Meter breite Matratze hing über dem hochragenden Rahmen im Geschäft an einer Seite innen etwas in der Luft (und war damit auch automatisch weicher) und man konnte auch nicht die Einsinktiefe eines geeichten Gewichtes objektiv prüfen, wie das z.B. bei Stiftung Warentest üblich ist. Bei dem „Test“ ergab sich dann auch kein wirklich spürbarer Unterschied, sodass wir davon ausgehen durften, uns schlichtweg im Härtegrad verkauft zu haben.
Einen Austausch gegen die weichere Mythos I lehnte der Vertreter ab, da ist die Firma beinhart und eine Umarbeitung zu einer Einser wurde eher nicht erwogen (laut Internet dann ca. 1500€), aber der Kauf eines Toppers zum Ausgleich des Dilemmas wurde vorgeschlagen (637€ bei Schramm ohne jedes Entgegenkommen trotz des Matratzengesamtpreises von fast 6000€ (inkl. Untermatratzen zur Wahrung der Garantie). Im Internet bei der Konkurrenz kosten Kamelhaartopper übrigens 219€.
Fazit: Ein Kaufinteressent muss sich schon sehr gut und lange überlegen, ob er sich für Metallfedern und für welchen Härtegrad er sich entscheidet, denn das ist dann endgültig. Einen Austausch gibt es nicht! Ein längeres Probeliegen daheim ist nicht vorgesehen und das Angebot im Geschäft, stundenweise verschiedene Härtegrade auszuprobieren bringt so gut wie nichts. Im Grunde bleibt einem im Extremfall nur, die Matratzen unter großen Verlusten im Internet anzubieten.