Wasserbetten-Präsentation außerhalb der IMM 2011
was die Branche weiter treibt. Aktuelles von den großen Möbelmessen bis zu den kleinen Fachmessen im Land.
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Starlight-Wasserbetten aus Köln lud im Messejahr 2011 zur Gegenmesse: Da man von der Leitung der koelnmesse nur einen relativ unattraktiven Ausstellungsplatz angeboten bekam, entschied man sich kurzerhand, alle Interessenten direkt ins Ladenlokal auf der Aachener Straße einzuladen. Die Privatmesse ist sicher eine originelle kleine Idee, und auch Angebot und Firmenphilosophie können sich sehen lassen.
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Alles begann ganz simpel: Ronald Scheurich kaufte sich ein Wasserbett. "Ein teurer Spaß", sagt er augenzwinkernd - und daraus entstand die Idee, "Wasserbetten auch für den Fließbandarbeiter erschwinglich" zu machen. Inzwischen führt er das Geschäft gemeinsam mit Manfred Brandes und vertreibt mit Hilfe von Peter Rickes auch das Label Clay Sanders, das unter einem Luxus-Image firmiert. "Man muss das besser und günstiger können", erzählt Scheurich in Erinnerung an die Initialzündung zum Einstieg ins Wasserbettengeschäft. Er mietete eine alte Halle im Rhein-Erft-Kreis und kaufte Komponenten in aller Welt ein. "Schon nach drei Monaten ging die Post ab!"
Heute bevölkert eine Vielzahl an optisch recht unterschiedlich designten Stücken das Ladenlokal von Starlight an der Aachener Straße nahe der Kölner Universität. Vom Modell mit Schubladensockel ("wird sehr stark nachgefragt") über das elegant geschwungene "Manhattan" und ein eher sperrig wirkendes Konstrukt mit weiß lackierten angebauten Nachttischen bis zum Wasserbett in Boxspring-Optik ist eine sehr breite stilistische Palette vorhanden, die von jung und flippig bis älter und konservativ ein breites Publikumsspektrum anspricht. Apropos: Allein während unseres Interviews kamen gleich mehrere Kaufinteressenten (allesamt Paare) ins Geschäft, die eben diese Spanne widerspiegelten.
"Wir haben unsere Betten ziemlich schnell weiterentwickelt, haben es aber immer geschafft, günstiger zu sein als die Mitbewerber, ohne bei der Qualität große Abstriche machen zu müssen", erzählt Scheurich weiter. Die Händler habe man auch über die Preise gebunden: Egal wie hoch die abgenommene Stückzahl, jeder habe stets denselben Preis gezahlt, wodurch verhindert wurde, dass die Starlight-Händler untereinander in Preiskonkurrenz traten. Später kam von Händlerseite dann die Frage auf, ob man sich für den höherpreisigen Bereich an andere Hersteller wenden solle, oder ob Starlight dies ebenfalls bedienen könne. Das war der Hauptgrund für die Einführung des Labels Clay Sanders gegen Ende 2010, das ein hochwertiges Luxusimage bedient - und "vom Markt sehr gut angenommen wird", so Scheurich. "Es ist jetzt schon ein Erfolg."
In Deutschland werden Starlight-Betten inzwischen von fast zweihundertfünfzig Wasserbetten-Händlern geführt. Vom kleinen Ladengeschäft mit drei oder vier Betten im Monat bis zum Großabnehmer von dreißig und mehr ist alles dabei.
In den Messehallen erzählte uns Nicola Ludwig von Wohnform, 2010 sei ein sehr gutes Jahr für Wasserbetten gewesen, an anderer Stelle war aber auch Gegenteiliges zu hören. Insgesamt, so scheint es, ist der Absatz bei konstantem Wachstum stabil geblieben, es hat aber offensichtlich Umschichtungen gegeben. Während einige Hersteller rasant gewachsen sind, stagnierte das Geschäft bei anderen völlig - ein Indiz dafür war schon die sichtbare Ausdünnung: Nur noch fünf Wasserbettenhersteller waren auf der IMM 2011 anzutreffen, wobei das aber auch mit der frühzeitigen Ausbuchung der Hallen zu tun hatte, wie im Falle von Starlight und auch Aqua Comfort. Starlight wuchs im "Krisenjahr" 2009 schwindelerregend, eine Steigerung, die kaum zu bewältigen schien. "Ja, auf die Krise haben wir auch gewartet", sagt Scheurich, dem der Erfolg offensichtlich nicht zu Kopf gestiegen ist, "aber sie kam nicht. Im Gegenteil. Die Bestellungen nahmen immer weiter zu, dazu hat auch Clay Sanders beigetragen."