Gelbetten werden stark weiterentwickelt

Das Gelbett erfährt verstärkte Entwicklung und hohe Akzeptanz


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Wird das Gelbett erwachsen?

Clear blue GelWer sich mit Wasserbetten befasst, der stößt in den letzten Jahren immer öfter auch auf das Stichwort Gelbett. Das noch recht junge System wird in der Werbung offen als Alternative angepriesen: Auf Gel statt auf Wasser schlafen. Es wird behauptet, dass das Gelbett seinen flüssigen Konkurrenten in vielerlei Hinsicht übertreffe. Wird das Gelbett erwachsen? „Es steckt noch in den Kinderschuhen, aber es geht voran“, sagt ein Insider.


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Gelbetten sind sehr ähnlich konstruiert wie Wasserbetten. Der Unterschied ist, dass der Vinylkern anstelle von Wasser mit Gel gefüllt wird (Gelbetten - Alternative zum Wasserbett?). Dieses Gel soll ebenso gute oder sogar noch bessere Liegeeigenschaften als das Wasser bieten; zudem soll das Gelbett in seiner gesamten Handhabung dem Wasserbett überlegen sein. Umständliche Pflege mit Conditioner sei nicht notwendig.

Das Gelbett ähnelt stark dem Softside-Wasserbett – der Vinylkern ist von einem Schaumrahmen umgeben, aber Vliese zur Stabilisierung benötigt es nicht. Es besteht aber Nachteil, dass eine Komplettberuhigung bei Gelbetten bis heute noch nicht machbar ist. In Bezug auf die gesundheitlichen Aspekte soll das Gelbett dieselben Vorteile wie das Wasserbett bieten. Das Gel wird erzeugt, indem dem Wasser ein spezielles Granulat beigefügt wird, um es zu verfestigen. Bisher bringt diese Technik ein Problem mit sich: bei der Erstbefüllung wird das Wasser mit Hilfe eines Conditioners keimfrei gemacht und erst dann geliert. Sobald der Kern erneut geöffnet wird (beispielsweise zum Nachfüllen von Wasser oder Granulat) können Keime hineingelangen.

Ein Problem stellt die Heizung dar. Während der Hersteller Flexside ein so genanntes SMART-System anbietet, das gänzlich ohne Heizung auskommen soll (und daher aufgrund des geringeren Stromverbrauchs kostengünstiger sein soll) gibt es laut anderen Quellen bislang kein wirklich zufrieden stellendes Heizsystem für alle Gelbettgrößen. Der Haken ist, dass das relativ feste Gel Wärme längst nicht so gut leitet wie Wasser. Ein erster ernstzunehmender Versuch ist ein von T.B.D. entwickelter Carbon-Heater speziell für Gelbetten, der durch eine vergrößerte Heizfläche eine adäquate Leistung erbringen soll.

Der Hersteller BluTimes hat es zeitweise mit einem Hybridsystem versucht: Unter der Gelmatratze wurde eine kleine Wassermatratze installiert, die die Heizungswärme aufnehmen und ans Gel abgeben sollte. Offenbar hat das nicht zufriedenstellend funktioniert, denn inzwischen wurde das System wieder vom Markt genommen. Ein weiterer Versuch, dem Temperaturproblem beizukommen, ist das so genannte 3-Mesh-Gewebe, das über den Gelkern gelegt wird und sich durch Körperwärme aufheizen soll.

Aus gut unterrichteten Kreisen ist zu hören, dass das Gel, bedingt durch die Wasserqualität in verschiedenen Regionen, mit der Zeit an Stabilität verliere und entsprechend durch Zugabe von Gelgranulat wieder neu eingestellt werden müsse. An sich sei das kein Problem. Allerdings hätten Langzeitstudien ergeben, dass Auf- und Abbau mit erheblichem Zeitaufwand verbunden sei und die Wirkung des Granulats mit der Zeit nachlasse. An all diesen Aspekten werde mit Nachdruck gearbeitet, und auch das Gel selbst werde immer weiter modifiziert, so dass man das noch junge System durchaus im Auge behalten könne. Auch das Wasserbett hat eine lange Entwicklungsstrecke hinter sich. Zumindest zum jetzigen Zeitpunkt hat es dem Gelbett noch einiges voraus – ob sich das ändert, bleibt abzuwarten.

Gerrit Wustmann