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Wer eine Milbenallergie hat, braucht spezielle Bettwäsche für Allergiker, ansonsten wird die Lebensqualität stark eingeschränkt. Viele Krankenkassen übernehmen dafür die Kosten ganz oder teilweise – vorausgesetzt, dass ein ärztliches Attest vorliegt. Aber an welchen Qualitätskriterien orientieren sich die Kassen? Und worauf muss man als Patient bzw. Kunde achten? Immerhin ist Allergikerbettwäsche nicht gleich Allergikerbettwäsche…
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Mit Milben lebt der Mensch zwangsläufig zusammen. Die Hausstaubmilbe kommt in jedem Bett vor, vor allem in der Matratze, aber auch in Decken und Kopfkissen. Die winzigen Tiere, die rund sechs Wochen alt werden, ernähren sich hauptsächlich von Hautschuppen, nachdem diese von einem Schimmelpilz verdaut wurden - den Pilz bringen die Milben selbst mit. An sich sind Milben harmlos, und sie sind so klein, dass man sie mit bloßem Auge auch dann nicht sehen kann, wenn sie zu zehn- oder gar hunderttausenden im Bett vorkommen - was absolut keine Seltenheit ist.
Für Allergiker problematisch ist vor allem der Milbenkot, sowie die Überreste toter Milben - beides wird zwangsläufig in Form winzigster Partikel ständig in die Raumluft abgegeben und dann eingeatmet. Wer unter einer Milbenallergie leidet, sollte sich spezielle Allergikerbettwäsche zulegen. Es gibt dabei aber einiges zu beachten.
Viele Krankenkassen übernehmen die Kosten für Allergikerbettwäsche ganz oder teilweise. Die DAK beispielsweise übernimmt die Kosten - bis auf die gesetzliche Zuzahlung - komplett, wenn man sich einverstanden erklärt mit den Produkten der hauseigenen Vertragspartner; bei "höherwertigen Produkten", so Reinhild Haacker von der DAK, gäbe es eine Kostenbeteiligung von 40 Euro. Auch die BKK Deutsche Bank beteiligt sich "bis zu einer bestimmten Höhe" an den Kosten oder übernimmt diese komplett, wenn man Bettwäsche des Vertragspartners Allergopharma kauft. Warum ausgerechnet Allergopharma? "Weil deren Produkte in sämtlichen Tests am besten abgeschnitten haben", kommentiert die BKK Deutsche Bank.
Gerd Eschholz von Allergopharma erläutert den Hintergrund: "Es gab jahrelang keine einheitlichen Standards oder Testverfahren, um die Qualität von Allergikerbettwäsche zu bestimmen. Daher haben wir in den 90ern gemeinsam mit dem TÜV bis heute gültige Kriterien entwickelt." Wichtig sei, dass der so genannte Zwischenbezug das Eindringen der Allergene in die Atemluft verhindere. "Die simpelste Lösung ist ein Stoff mit Polyethuranbeschichtung, das ist quasi wie ein abgeschlossener Luftballon, ist aber nicht atmungsaktiv, weshalb man darunter vermehrt schwitzt. Es kommt also bei guter Allergikerbettwäsche darauf an, dass sie Luft durchlässt, aber keine Allergene. Diese Technik ist nicht ganz billig, sie erfordert sehr dicht gewebte Mikrofasern." Die Atmungsaktivität werde allerdings nicht in den TÜV-Tests festgestellt, da sie kein medizinisches, sondern ein Qualitätsmerkmal bezogen auf den Komfort sind - dieser Aspekt wird von der Stiftung Warentest und Ökotest näher unter die Lupe genommen.
Eschholz weiter: "Ein Problem ist, dass die Krankenkassen in den letzten Jahren vermehrt sparen müssen und einige daher auf Billiganbieter zurückgreifen." Ergo: Man sollte seiner Versicherung nicht blind vertrauen, denn eine zu billige Allergikerbettwäsche bringt nicht den nötigen medizinischen Nutzen. Es gilt, sich das Angebot genau anzusehen, auf die Zertifizierung zu achten und auch bezüglich der Eigenschaften genau nachzuhaken. Im Zweifel ist das teurere Produkt die bessere Wahl.
Für leichte Allergien gibt es auch alternative Lösungen, wie beispielsweise Encasings mit Silberionen - wie sie beispielsweise der Silver Care Wasserbettbezug des Labels Savorana aufweist. Hersteller Klaus Stricker: "Die Abdichtung ist wichtig, damit Milben gar nicht erst in die Matratze können. Die Silberionen schaffen zudem ein Klima, in dem Milben sich nicht wohlfühlen." Genauer gesagt: Silber hemmt das Wachstum der Pilze, die Milben unbedingt zur Aufbereitung ihrer Nahrung benötigen. Auch Stricker setzt zudem auf Atmungsaktivität. "Das ist sehr wichtig. Der Schweiß muss verdampfen können, sonst wird das Bett klamm."
Autor:Gerrit Wustmann
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