Wasserbetten auf der Internationalem Möbelmesse 2010

Neues von Akva und T.B.D. / Tasso und Blutimes fehlten


IMM Messetrend 2011: Natur & Gesundheit

IMMBei einem Rundgang durch die Ausstellungen der Bettenbranche auf der IMM Cologne 2011, bieten sich dem Betrachter nicht nur neueste technologische Entwicklungen und innovative Designs - gerade die eng miteinander verwobenen Themenkomplexe "ökologisches Bewusstsein" und "Gesundheit" sind praktisch allgegenwärtig. Der Schlaf als solcher muss nicht nur komfortabel und erholsam, sondern vor allem gesund sein. Und als hätte man es nicht bereits geahnt oder am eigenen Leib erlitten: Deutschland hat Rücken. Dem vermeintlichen Volksleiden versucht sich eine Vielzahl von Ausstellern auf höchst unterschiedliche Weise zu nähern.


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Der Begriff "Gesundheit" erfährt dabei selbstverständlich vielerlei Deutungen. So streitet man sich zwischen den renommierten Verbraucher-Instituten in Kiel und München vor allem über das Maß an Schlafbewegungen, das die Kombination aus Lattenrost und Matratze dem Ruhenden erlauben sollte. Ernstzunehmende empirische Studien gibt es, aufgrund der hohen Anzahl benötigter Probanden, freilich keine. Die Branche reagiert so ratlos wie konsequent und vertraut keiner eindeutigen Definition, sondern lediglich den ständig wechselnden Wünschen der Kunden, die ihre individuelle Vorstellung eines erholsamen Schlafs scheinbar doch fernab jeder wissenschaftlichen Erkenntnis für sich selbst bilden.

Zwei weitgehend konträre Ansichten darüber, wie der ergonomisch bestmögliche Schlaf herbeizuführen sei, findet man an den angrenzenden Ständen der Hersteller ProNatura und Ergovital.

Massivholzbetten von ProNatura aus ÖsterreichBei ProNatura aus Österreich vertraut man für seine Massivholzbetten seit Jahren auf das wiedererstarkte ökologische Bewusstsein der Kunden. Mit beachtlichem Erfolg - sämtliche Bettensysteme der Firma werden aus hochwertigen und wiederverwertbaren Stoffen angefertigt. Erfreulicherweise präsentiert man sich dabei transparent und gibt bereitwillig Auskunft über Herkunft und Zertifizierung verwendeter Materialien. Beim Thema Ergonomie liegt der Fokus klar auf den individuell verstellbaren Lattenrosten; man spricht sich im Sinne der Gesundheit gegen den Boxspring-Trend aus und benutzt vorwiegend sehr dünne Matratzen, die nicht dicker als zehn Zentimeter sind. Darüber, ob dieser Ansatz tatsächlich als gesundheitlich besser einzustufen ist, bleibt allerdings eben so schwierig zu urteilen, wie über Sinn und Unsinn der strikten Verweigerung, Metalle zu benutzen, da diese "Energiewirbelungen" herbeiführten. Darüber hinaus geht das eigene Credo, man wolle für "mitdenkende" Händler und Käufer produzieren, nur bedingt konform mit dem teils sehr offensiven Stil der Werbekampagne ("Überlassen Sie Ihre Schlafqualität nicht dem Zufall!").

Am Nebenstand des Matratzenherstellers Ergovital (leider ohne Bild) hingegen wird die Matratze allein als größter Faktor für eine perfekt gestärkte Wirbelsäule präsentiert. Sämtliche Ergovital-Produkte sind in einem relativ hohen Preissegment angesiedelt. Der Preis wird vor allem mit der druckentlastenden Wirkung der hochwertigen Kombinations-Matratzen (Viscoschaum, Kaltschaum und Microtaschenfedern) gerechtfertigt. Des Weiteren verweist man bei Ergovital auf die besondere Hautverträglichkeit bei Allergikern, den erbrachten Öko-Tex Standard und die mehrfach durch den LGA-Test erwiesene Dauerbelastbarkeit.

Vitalwoodmatratze der Bio-Textima GmbHSo grün, dass es sogar für den Interior Innovation Award 2011 reichte, gibt sich die Bio-Textima GmbH aus Ungarn, die für ihre Matratzenreihe Vitalwood ausgezeichnet wurde. Der Grund: Die Matratzenfedern sind aus Holz. Sie werden aus Buche hergestellt und sollen eine dreimal längere Lebensdauer als Metallfedern haben. Schaum und Latex ergeben kombiniert mit Kokosfasern abenteuerlich aussehende Querschnitte der 7-Zonen-Matratzen, die neben dem üblichen Gesundheitsaspekt ganz auf ökologische Verarbeitung getrimmt sind.

Autor: Julian Brimmers