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Das Boxspringbett ist in Deutschland angekommen und erfreut sich immer größerer Beliebtheit, Hersteller und Händler sprechen von enormen Absatzsteigerungen. Doch was macht ein Boxspringbett eigentlich aus? Woran erkennt man Qualität? Und wo liegt der Unterschied zwischen Boxspringbetten und solchen, die nur so aussehen? Schlafen Aktuell hat nachgefragt.
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Fest steht: die qualitativ hochwertigsten Betten bekommt man bei den etablierten Traditionsherstellern wie Vi-Spring, Hästens, Sealy oder Somnus, um nur ein paar zu nennen. Allerdings sind deren Betten Luxusgüter auf hohem Niveau und längst nicht für jeden erschwinglich. Viele Menschen schauen sich daher im unteren Preisbereich um. Eine Suche in Onlineshops und Vergleichsportalen zeigt, dass es Boxsprings in Deutschland bereits ab 500 Euro zu kaufen gibt. Aber kann da die Qualität noch stimmen?
Der Bettenhersteller Breckle bedient unterschiedliche Zielgruppen und bietet Betten in mehreren Preissegmenten an. „Es gibt unterschiedliche Systeme: das dänische, das holländische und das Schuhkastenbox-System mit undefiniertem Unterbau und darauf einer Federkernmatratze, Letzteres ist aber nicht die Regel. Wir stellen alle Systeme her um dem Kunden eine möglichst große Auswahl bieten zu können. Beim holländischen System wird zumeist ein Bonnellfederkern unten mit einem Taschenfederkern oben kombiniert, in Deutschland wird für das Oberteil auch eine Kaltschaummatratze verwendet, in Dänemark verbunden mit einem Topper“, sagt Michael Breckle. Das Modell „Ramona“ – eine Federkernmatratze auf einer Holzbox – liegt im untersten Preisbereich und ist eher ein Bett in Boxspring-Optik als ein Boxspringbett. „Die nicht gefederte Box ist eher wenig nachgefragt“, bestätigt Breckle, stärker sei auch hierzulande das Luxussegment.
Da aber nicht bloß das System, sondern auch die Optik an sich beliebt ist, gibt es inzwischen sogar Wasserbetten in Boxspring-Optik, beispielsweise von Akva aus Dänemark oder von Clay Sanders. Allerdings werden diese Betten auch nicht als Boxsprings gelabeled, sondern lediglich als Lookalikes (während das Breckle-Bett „Ramona“ in Onlineshops als „Boxspringbett“ gelistet ist).
Peter Rickes, der die Labels Clay Sanders und Starlight betreut, die sowohl Wasser- als auch Boxspringbetten beinhalten, sagt: „Es wird zur Zeit viel gemacht, um auf den Boxspring-Zug aufzuspringen, oft werden die Leute meiner Meinung nach einfach verhohnepiepelt. Oft wird da etwas als Boxspring verkauft, obwohl es bloß eine Boxspring-Optik hat. Darüber, was als wirkliches Boxspring gelten darf, scheiden sich ja die Geister. Viele nehmen für den unteren Teil bloß einfache Bonnellfederkerne, meines Erachtens sind Tonnentaschenfederkerne besser. Ein Topper sollte auch vorhanden sein, bei amerikanischen Systemen ist er in die Matratze integriert.“
Rickes rät dem Endkunden, genau hinzuschauen und auf Qualität von Material und Verarbeitung zu achten, genau nachzufragen, um was für eine Federung es sich handelt. „Es besteht die Gefahr, dass die Verpackung besser ist als der Inhalt. Das kennt man von den billigen Sofas, die nach zwei Jahren durchgesessen sind.“
Autor: Gerrit Wustmann