Tischlermeister erfindet Wasserbett aus Holz

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ErgoContour: Wasserbett aus Holz?

Die Firma ErgoContour aus Riedstadt wirbt mit einem konventionellen Holzbett und verspricht die Eigenschaften eines Wasserbetts. Über ein neuartiges Rahmensystem soll die selbe sich dem Körper in jeder Lage anpassende Wirkung erzielt werden. Was steckt dahinter und welche Vor- und Nachteile erwarten den Kunden?


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Im Gegensatz zu anderen Herstellern, insbesondere natürlich in der Wasserbettenbranche, widersetzt sich ErgoContour einem gängigen Trend des Bettenmarktes: Der Hersteller legt den Schwerpunkt der Aufmerksamkeit bei Eigenschaften und Wirkung der Schlafunterlage nicht auf die Matratze, sondern auf deren Unterbau, das Lattenrost. Produzenten und Verfechter von Wasserbetten, Futons und Co dürften das kritisch sehen, interessant ist der Ansatz dennoch. Eine „orthopädisch korrekte Schlafposition“ verspricht man in Riedstadt. Natürlich legt man auch Wert darauf, dass das System von allerlei Experten, Wissenschaftlern, Ärzten und auch vom TÜV geprüft und für gut befunden wurde. Da das aber heutzutage fast jeder tut, der nicht gerade Billigware made in China vertreibt, ist das noch kein Qualitätsmerkmal an sich. Es gilt für den Interessenten, zwischen austauschbarer PR und tatsächlichem Kaufanreiz zu differenzieren.

Das im Jahr 1999 mit dem Innovationspreis des Landes RheinlandPfalz ausgezeichnete Ergonamik-Prinzip ähnelt vom Effekt auf den ersten Blick der Punktfederung der Firma Lattoflex - und soll wohl auch den selben Effekt erzielen. Die Technik aber ist eine andere. Über Seile und Rollen entsteht ein Druckausgleich. Schulter- und Hüftpartien „sinken ein“, das heißt, die Unterlage gibt ihrem Druck nach. Dieser Druck aber sorgt zugleich dafür, dass die angrenzenden Partien der Schlafunterlage in einen Gegendruck versetzt, quasi „nach oben gedrückt“ werden (siehe Bild). Das Ergebnis ist eine konstant gerade Haltung von Rückgrat und Gelenken. Schiefhaltungen und folglich Verspannungen werden vermieden, was in erster Linie den Bandscheiben zugute kommt. Offen bleibt die Frage, wie Menschen mit Übergewicht von dem Effekt profitieren. Es ist zu befürchten, dass sie, ebenso wie bei einem Wasserbett mit einem zu dünnen Kern oder nichtoptimaler Befüllung „durchschlagen“, also den Untergrund soweit belasten, dass sie nicht mehr von der Ausgleichswirkung profitieren.

Preislich bewegt sich ein EergoContour-Bett inklusive Matratze im Bereich zwischen 1200 und 1700 Euro, kann also durchaus mit Wasserbetten konkurrieren. Der Versuch, Wasserbettennutzer von einem anderen Produkt mit ähnlicher Wirkung zu überzeugen, ist derweil mutig, nicht zuletzt da Wasserbettennutzer in erster Linie auch das ganz spezielle Schlaf- und Liegegefühl ihres Bettes schätzen, und oft erst in zweiter Linie die gesundheitlichen Aspekte.

Interessenten ist es daher in jedem Fall zu empfehlen, das Angebot des Herstellers einer vierwöchigen Probezeit in Anspruch zu nehmen. Letzten Endes kann man sich als Kunde nur dann wirklich für ein Bett entscheiden, wenn man es vor dem Kauf getestet hat. ErgoContour bietet an, ein Bett ohne Kaufverpflichtung für einen Monat zur Verfügung zu stellen und berichtet von 91% überzeugten Kunden. Besonders für Interessenten, die noch vor der Entscheidung zwischen einem Wasserbett oder einem anderen Produkt stehen, dürfte das Angebot daher reizvoll sein.

Gerrit Wustmann