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Schlafen-Aktuell
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RAL Gütesicherung für Wasserbetten
Ich habe gestern, nachdem ich schon mit der Pressestelle von RAL telefoniert hatte, auch mit Frau Heinemann vom Fachverband Wasserbett E.V. gesprochen und noch ein paar inoffizielle Gespräche, mit Leuten die der Branche sehr nahe stehen geführt.
Vorab zu meiner Vermutung "vermutlich versehentlich":
Siehe Post 9 im Thread: Top Marken/Hersteller
Das ist mir ganz offiziell bestätigt worden. Hier hat mal wieder Tasso Schielke mächtig zugeschlagen und war der eigentliche Ideengeber bzw. Initiator. Wie aber auch immer, die Sache ist und bleibt ein tolles Ding! Frau Heinemann konnte mir zwar noch kein Zeitfenster geben, klang aber sehr optimistisch.
Nachdem ich vorgestern und gestern wirklich viel telefoniert habe, vor allem mit inoffiziellen Stellen, haben wir derzeit folgenden Stand.
Etwa die Hälfte aller Wasserbettenhersteller besitzen derzeit keine funktionierende Qualitätssicherung!
Etwa die Hälfte aller Wasserbettenhersteller erfüllen in keinster Weise ihren eigenen Qualitätsanspruch!
Diese zwar inoffiziellen Informationen, passen für mich ins Bild der Branche und zeigen mir wie wichtig eine RAL Gütesicherung für Wasserbetten ist.
Was ganz und gar nicht passt, und das verdanken wir zum einen Herrn Schielke und zum anderen dem Fachverband (der für das jetzige Gremium entscheidende Mitverantwortung trägt), das sich Leute zusammensetzen, die sich im Grunde nicht grün sind und nun an der größten Revolution seit Einführung des Wasserbettes in Europa mitarbeiten. Und wie es aussieht zur Abwechslung mal mit Erfolg und ohne inhaltslose Worthülsen für Qualität!
Das Herr Schielke sich aus der Arbeit zurückgezogen hat ist allerdings zu bedauern. Über das warum, mag man spekulieren. Fakt ist, die Branche verdankt diesem oft als schwierig beschriebenen Mann, mal wieder eine große Möglichkeit! Frau Heinemann schien sich durchaus über die Dimension bewusst zu sein. Es ist zu hoffen, dass die Industrie ihrer Verantwortung gerecht wird und möglichst rasch zu Ergebnissen kommt!
Geändert von admin (24.09.2010 um 13:46 Uhr)
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Moin aus Lübeck,
die Pressemitteilung dazu ist schon einige Zeit raus, hier zum nachlesen: "http://www.moebelkultur.de/index.php/news/12596"
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Ja, ich hatte die gelesen.
Nur klingt das da alles so als ob schon alles in trocknen Tüchern ist und auch schon in die Ral 430 übertragen wurde.
Ich habe keine Ahnung wer diese Pressemeldung geschrieben hat.
Aber dem ist leider noch nicht so!
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ok, mal provokant - oder meinetwegen auch naiv - gefragt: welche auswirkungen auf den markt versprecht ihr euch realistischerweise von einem weiteren siegel?
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Was ist an der Frage provokant? Die Frage ist die Erste, die sich ein intelligenter Mensch stellt!
Du musst zwischen Hersteller und Kunden unterscheiden. Aber geschenkt! Da werden wir hier in einem Bericht drauf eingehen wenn es wirklich da ist.
Was ich an Vorteilen sehe.
Das Wasserbett ist eines der ganz wenigen ungenormten Produkte in Deutschland.
Zur Zeit ist es so das man ein Bett mit einer, ein Zentimeter dicken Wassermatratze als Wasserbett verkaufen könnte. Es gab bei Ebay schon ganz lustige Sachen! Auch wenn RAL nicht die DIN ist. Das ganze bekommt auch einen juristischen Aspekt da RAL durchaus anerkannt ist.
Es wird also Mindestqualitäten geben und ein Regelwerk um diese zu beurteilen. Im Regelfall ist ein solches Regelwerk zusammen mit Ausführungsbestimmungen recht ordentlich und für jedermann zu lesen und zu interpretieren. Daraus wiederum lassen sich dann auch höhere wie niedere Qualitäten ableiten.
Das ist dann in dreierlei Hinsicht interessant.
1. für den Kunden bei seiner Kaufentscheidung
2. für die Presse, also für mich. Wenn ich schreibe das und das ist mittlere, gute oder hohe Qualität, kann ich mich auf die RAL beziehen und nicht auf meine Erfahrung oder mein Bauchgefühl.
3. für Juristen und Gutachter. Die haben in Streitfällen ein Regelwerk zur Qualitätsdefinition auf was die sich dann beziehen können.
Für die Industrie hat das natürlich ebenfalls Vorteile. Denn das Wasserbett kann sich dann gleichberechtigt neben jedem anderen Möbel aufstellen.
Allerdings gibt es für die Industrie auch Nachteile. Die Pfuscherei, dass jeder sein eigenes Süppchen kocht, und meint der Welt seine alleinige Weisheit der höchsten Qualität entgegen zu schreien dürfte danach um sein!
Das man schon beinahe reflexhaft dem Made in China Minderwertigkeit unterstellt sollte danach auch vorbei sein.
Nun aber auch noch ganz kurz ein möglicher Nachteile anhand eines Beispiel.
Der schöne und gute Niedertemperaturkessel den heute jeder Hausbesitzer in seiner Heizanlage schätzt.
Der Erfinder der Technik war ein deutscher in den 60ern. Und da sich das der gute Mann hat patentieren lassen und in den DIN Ausschüssen die Vertreter der Industrie saßen. Wurde die Technik in der Praxis Brandschutztechnisch abgeschmettert. Kaum war das Patent abgelaufen, hat keiner im DIN-Ausschuss mehr eine Brandgefahr sehen können.
Das sind aber Einzelfälle und ich möchte deshalb als Verbraucher auch keinesfalls auf Produkt-Normen verzichten.
Schon alleine die kleine Tatsache, das wir dann rechtssicher zwischen Wasserbett, Wassermatratze und Wassersack unterscheiden können, ist für meine Begriffe ein großer Kundenvorteil. Momentan (etwas übertrieben) kann man dir mit viel verkäuferischem Geschick ein Wassersack als Wasserbett verkaufen und du kannst als Kunde so gut wie nichts dagegen machen wenn du drauf reingefallen bist!
Du kannst dir dann den Olli als Gutachter holen, der dich vermutlich in deiner Auffassung unterstützen wird. Die Gegenpartei fragt dann aber wo diese Definition steht und die Sache ist erledigt! Ganz erledigt? Nein! Je nach Richter gibt es noch den Normal vernünftigen Menschenverstand. Aber willst du dich vor Gericht auf so etwas verlassen?
Jetzt muss man natürlich auch sehen das die eine oder andere Lichtgestalt in diesem Ausschuss sitzt. Vermutlich der Grund weshalb sich Vontana zurückgezogen hat. Das ist in Ausschüssen aber Normal und im Regelfall auch überhaupt kein Problem. Zumal das ja auch eine Frage der Perspektive ist!
Außerdem wird diesen Leuten schon dadurch geholfen, dass sie gezwungen werden ihre weichgespülten Aussagen (wo die ohne Zweifel selber dran glauben) in substanzhaltige Sätze zu fassen. Wodurch am Ende, bessere Produkte entstehen können.
Zusammenfassend kann man also sagen. Im schlimmsten Fall bleibt die Gütesicherung für den Kunden neutral. Im günstigsten Fall wird es danach aber eindeutig bessere Produkte und vor allem vergleichbare Qualitäten am Markt geben.
Aus gewöhnlich gut unterrichteten Insiderkreisen ist zumindest schon jetzt zu vernehmen, das einige gewaltig am Rad drehen und das erste mal den Begriff der Qualität und Qualitätssicherung substanziell verstanden haben und nun dabei sind in ihren Unternehmen umzusetzen. Bis Dato gibt es Hersteller (darunter welche die meinen einen Namen zu haben) die selber nicht die technischen Spezifikationen ihrer Rohstoffe und damit natürlich auch nicht die, für das Endprodukt kennen! Wenn das kein echter Kundenvorteil ist, dann weis ich auch nicht mehr, wie ein Kundenvorteil aussehen kann!
Für mich hat aber auch der Fachverband, mit dem Schritt heraus aus dem weichgespülten hin zur Substanzhaltigkeit, schon jetzt eindeutig an Ansehen gewonnen! Wenn alles gut geht, wird es am Ende nur Gewinner geben. Das Produkt hätte es auf jeden Fall verdient! Und wer weis, vielleicht kommt ja auch im Internethandel wieder etwas mehr fahrt herein? Auch dieser hätte es aus meiner Sicht verdient. Den die angebotenen Produkte dort, sind nach meiner Meinung und nur zu oft, deutlich besser als ihr Ruf.
Fallbeispiel Ausschreibung (verkürzt):
Preisanfrage für:
5 qm Mauerwerk nach DIN 1053
5 qm Verputz nach DIN 15319
10 qm Stahlbetondecke nach DIN 1045
5 qm Malerarbeiten nach DIN 18363 in Farbe RAL Classic 5022 auf Untergrund Verputz nach DIN 15319
Gut, ganz so kurz geht es in der Praxis nicht, aber prinipiel bekommt man so vergleichbare Angebote.
Würde es keine DIN geben und jeder sein eigenes Süppchen kochen, müsste man jede Leistung auf mehreren Seiten Papier beschreiben und würde am ende immer noch nichts Vergleichbares erhalten. In der Praxis und dank DIN reichen pro Gewerk oft 5 bis 6 Sätze für absolut vergleichbare Leistungen die auch rechtssicher definiert sind.
Auch wenn RAL nicht den Stellenwert einer Din hat. Der Weg ist der richtige und es ist mindestens eine kleine Revolution! Und aus meiner Sicht, dass größte Ereignis der Wasserbettenbranche, seit dem das erste Wasserbett in Deutschland beim KDW in Berlin ausgestellt wurde.
Geändert von admin (25.09.2010 um 13:01 Uhr)
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